Mutmaßlicher Terrorist – Scharfschützen haben Merah erschossen

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Mutmaßlicher TerroristScharfschützen haben Merah erschossen

Die Belagerung in Toulouse ist vorbei. Elite-Polizisten haben Merahs Wohnung gestürmtund ihn bei einem Schusswechsel getötet, als er durch das Badezimmerfenster entkommen wollte.

Der mutmaßliche Serienkiller von Toulouse ist tot. Nach einer mehr als 32-stündigen Belagerung stürmte die Polizei am Donnerstagvormittag die Wohnung, in der sich der Mann seit dem frühen Mittwoch verschanzt hatte. Bei dem fünfminütigen schweren Feuergefecht sind fünf Polizisten verletzt worden.

Gegen 10.30 Uhr seien Elite-Polizisten durch Fenster und Türen ins Haus eingedrungen und hätten mit Video-Robotern das Innere erforscht. Plötzlich sei der Verdächtige aus dem Badezimmer gestürmt und habe mit mehreren Waffen das Feuer auf die Beamten eröffnet. «Es waren häufige Schuss-Salven, ziemlich schwer. Ein Mitglied des Einsatzkommandos sagte mir, dass er noch nie zuvor ein Feuer von einer derartigen Intensität erlebt hat», sagte Guéant.

Mehr als 300 Patronen bei Schusswechsel

Die Elite-Polizisten hätten zurückgeschossen. Nach mehrminütigem Schusswechseln sei der Mann dann aus dem Fenster gesprungen und habe mit der Waffe in der Hand weiter gefeuert. «Er wurde tot auf dem Boden gefunden», sagte Guéant. Nach Angaben des TV-Nachrichtensenders BFM wurden am Tatort mehr als 300 Patronen verschossen.

Der Serienmörder von Toulouse ist von einem Scharfschützen per Kopfschuss getötet worden. Das sagte der zuständige leitende Staatsanwalt François Molins am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Dabei habe es sich um einen Akt legitimer Selbstverteidigung gehandelt.

Merah feuerte aus großkalibrigem Colt

Der 23-jährige Mörder selbst habe etwa 30 Schüsse beim Sturm auf seine Wohnung abgegeben. Bei seiner Leiche sei ein großkalibriger Colt entdeckt worden. Es sei alles getan worden, um ihn lebendig zu fassen. In einem Wagen seien zwei Maschinenpistolen der Modelle Uzi und Sten sowie zwei Faustfeuerwaffen gefunden worden. In einem anderen sei eine Waffe sowie Bargeld gefunden worden.

Der 23-jährige Mohammed Merah hatte sich seit dem frühen Mittwochmorgen in einem Haus verschanzt und seit Donnerstagnacht kein Lebenszeichen mehr von sich gegeben. Er soll in den vergangenen Tagen vor einer jüdischen Schule in Toulouse einen Religionslehrer und drei Kinder sowie zuvor drei Soldaten in Toulouse und Montauban erschossen haben. Dabei floh er stets mit einem Motorroller vom Tatort.

32 Stunden Wohnhaus umstellt

Guéant dankte den Beamten für ihren «extrem schwierigen Einsatz». Präsident Nicolas Sarkozy, der den Einsatz in Paris verfolgt hatte, drückte ihnen ebenfalls seinen Dank aus und kündigte über sein Amt eine TV-Rede gegen 13 Uhr an. Die Staatsanwaltschaft will sich am frühen Abend äußern.

Die Polizei war Merah am Dienstag auf die Spur gekommen und hatte sein Wohnhaus seit dem frühen Mittwoch umstellt. Spezialkräfte hatten mehrfach Kontakt mit dem Mann, um ihn zur Aufgabe zu bewegen. In den Gesprächen hatte er erklärt, er stehe der Terrororganisation Al-Kaida nahe.

Mit Explosionen zermürben

Innenminister Guéant hatte am Donnerstag gesagt, Priorität der Polizei sei es, den 23-Jährigen lebend zu fassen, damit er sich vor Gericht verantworten müsse. Merah habe erklärt, er wolle mit der Waffe in der Hand sterben. Guéant war am Vormittag am Einsatzort eingetroffen. Die Polizei hatte versucht, den Mann mit mehreren Explosionen zu zermürben.

Obwohl er sich selbst als «Mudjahedin» bezeichnet, gehört Mohamed Merah nach ersten Erkenntnissen der Behörden offenbar keiner bekannten Untergrundbewegung an. Er stand aber unter Beobachtung der Geheimdienste, nachdem er sich zweimal nach Afghanistan begeben hatte.

Der Schusswechsel nach dem Sturm auf die Wohnung von Mohammed Merah:

(L'essentiel Online/dpa)

Serienmörder filmte alle Taten

Der Serienmörder habe alle seine Bluttaten gefilmt. Sie seien auf den entdeckten Videofilmen erschreckend deutlich zu erkennen, sagte Molins. Beim tödlichen Kopfschuss auf sein erstes Opfer, einen Soldaten, habe er erklärt: «Du tötest meine Brüder, und ich töte Dich.» Polizisten habe er erklärt: «Wenn ich sterbe, gehe ich ins Paradies - wenn ihr sterbt, Pech für euch!».

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