ArcelorMittal – Schifflinger Werk auf «unbestimmte Zeit» zu

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ArcelorMittalSchifflinger Werk auf «unbestimmte Zeit» zu

ESCH/BELVAL - Das Stahlwerk in Schifflingen bleibt abgeschaltet, Rodingen produziert weiter nur auf Sparflamme. Es sind noch mehr Stahlarbeiter als bisher betroffen.

282 der gut 620 in Schifflingen und Rodingen beschäftigten Stahlarbeiter sollen anderweitig beschäftigt werden.

282 der gut 620 in Schifflingen und Rodingen beschäftigten Stahlarbeiter sollen anderweitig beschäftigt werden.

Editpress

Das Stahlwerk von ArcelorMittal in Schifflingen bleibt auf «unbestimmte Zeit» geschlossen. Das bestätigte die Direktion von ArcelorMittal am Dienstagmittag in einer Pressekonferenz. Auch die Drahtproduktion sowie die Herstellung von Bauträgern und Rundeisen in Rodingen bleiben gedrosselt.

Die Frist für eine Wiederaufnahme der Produktion Ende März wird damit verlängert. Grund für den verlängerten Produktionsstopp sei die «anhaltende Schwäche» im westeuropäischen Bausektor, erklärte Michel Wurth, Direktionsmitglied von ArcelorMittal in Luxemburg. Damit produziert der Stahlriese nach eigenen Angaben derzeit 70 Prozent mehr Stahl, als er absetzen kann. In Schifflingen hat ArcelorMittal nach eigenen Angaben in den vergangenen drei Jahren Verluste von 100 Millionen Euro eingefahren. Der Stahlriese will zur Jahresmitte erneut den «Produktionbedarf» ermitteln. Dann soll auch festgestellt werden, welche Kosten eine Wiederaufnahme der Produktion mit sich brächte.

282 zusätzliche Stahlarbeiter betroffen

Die verlängerte Auszeit für die beiden Produktionsstätten hat direkte Auswirkungen für die derzeit 620 Mitarbeiter, die in beiden Werken noch beschäftigt sind. 282 von ihnen sollen nach Angaben von ArcelorMittal über die sogenannte «Cellule de reclassement» anderweitig beschäftigt oder in anderen Werken von ArcelorMittal beschäftigt werden. Derzeit sind bereits 461 Mitarbeiter von ArcelorMittal in dieser Auffangstruktur. Ihre Zahl soll nach Angaben von Michel Wurth bis zum Jahresende auf 300 herabgesetzt werden.

Wie dies genau funktionieren soll, wird Thema bei der kommenden Tripartite zwischen der Führung von ArcelorMittal, den Gewerkschaften und der Regierung am kommenden Mittwoch (28. März). Ber der letzten Zusammenkunft hatte der Stahlriese Investitionen sowie den Abschluss eines neuen Grund-Vertrages (Accord Lux 2015) in Aussicht gestellt, in dem die Zukunft der Stahlarbeiter in Luxemburg festgeschrieben stehen soll.

(jmh/ sb/L'essentiel online)

Gewerkschaften fordern formale Verpflichtungen für restliche Stahlwerke

Die Gewerkschaft LCGB verurteilt das Vorgehen von ArcelorMittal in Luxemburg als «Finanz-Vampirismus auf Kosten der Beschäftigten». Auch die Gewerkschaft OGBL zeigt sich über die Entscheidungen «zwar nicht überrascht, aber tief enttäuscht.»

Beide befürchten, dass das Vorgehen des Stahlriesen auf das «endgültige Aus für zwei der vier großen Stahlwerke in Luxemburg» hinauslaufe, so der LCGB in einer Erklärung. Die Gewerkschaften verlangen, dass ArcelorMittal die «notwendigen Schritte übernehmen» solle, «um die Werke in Rodingen und Schifflingen zu erhalten». Zudem solle sich der Stahlriese «formal dazu verpflichten, in die Werke in Belval und Differdingen zu investieren sowie Strategien bezüglich Forschung, Entwicklung und Marketing zu entwickeln, um die Produktionszweige dort nahhaltig abzusichern», so die Gewerkschaft weiter.

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