Kachelmann-Prozess – Schlappe für Verteidigung

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Kachelmann-ProzessSchlappe für Verteidigung

ARD-Wetterfrosch Jörg Kachelmann konnte am Montag noch keine Pluspunkte sammeln.

Am Montagmorgen führten drei Richter die Befragung von Sabine W. fort. Diese hielt an den Vorwürfen gegen Jörg Kachelmann fest, sagte Kachelmanns Verteidigerin Andrea Combé in einer Sitzungspause gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Gemäss der Anwältin «sieht sie sehr angespannt aus», so Combé über das mutmassliche Opfer. «Sie weiss aber, dass sie da durch muss.» Die Verteidigerin von Kachelmann zeigte sich zufrieden mit der - wie sie sagt - sehr ausführlichen und gewissenhaften Vernehmung durch das Gericht. «Das habe ich in der Intensität in 28 Jahren noch nicht erlebt.»

Befragung dauert wohl die ganze Woche an

In den weiteren Vernehmungen wird es nicht nur um Widersprüche und Details aus der Tatnacht gehen, sondern auch um die Glaubwürdigkeit des mutmasslichen Opfers. Im Prozess steht es Aussage gegen Aussage. Im Gegensatz zu Jörg Kachelmann wurde die Radiomoderatorin schon mehrmals begutachtet und verweigert die Aussage nicht. Die gerichtsmedizinischen und aussagepsychologischen Gutachten werden von den beiden Parteien allerdings gegensätzlich ausgelegt, weshalb Sabine W.s Glaubwürdigkeit während des Prozesses nochmals im Fokus steht. Das Gesicht der 37-Jährigen wird während der Befragung gefilmt und auf eine 2-mal-2 Meter grosse Leinwand projiziert, damit die Gutachter ihre Mimik und jede ihrer Reaktionen sehen.

Die Befragung wird den gesamten Montag und voraussichtlich auch Mittwoch in Anspruch nehmen. Der Prozess begann am 6. September und sollte am 21. Dezember enden. Ein Urteil wird aber kaum noch in diesem Jahr erwartet, weil die Vernehmungen bereits jetzt hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurückliegen.

(L'essentiel online/amc)

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