Team-Wechsel – Schleck-Brüder wollen für Astana fahren

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Team-WechselSchleck-Brüder wollen für Astana fahren

LUXEMBURG – Fränk und Andy Schleck haben Informationen von «L’essentiel» nach zugestimmt, in der nächsten Saison für das Team Astana anzutreten.

Für Andy und Fränk Schleck wäre Astana die dritte Mannschaft.

Für Andy und Fränk Schleck wäre Astana die dritte Mannschaft.

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Die Mannschaft Astana fährt unter kasachischer Lizenz, dahinter steht jedoch eine Gesellschaft nach luxemburgischem Recht, die im Boulevard Grand-Duchesse Charlotte in Luxemburg-Stadt angesiedelt ist.

Das Team, das vom kasachischen Staat unterstützt wird, wird im kommenden Jahr von seinem Top-Fahrer Alexander Winokourov (38 Jahre) geleitet, der seine Fahrer-Karriere beenden wird. Astana wurde 2009 von Johan Bruyneel geleitet, dem aktuellen Team-Chef von RadioShack-Nissan. Damals gewann Contador die Tour de France. Ein Jahr später besiegte der Spanier, weiterhin bei Astana, Andy Schleck bei der Tour. Der Sieg wurde Contador allerdings aufgrund von Doping aberkannt.

Die Mannschaft Astana, die bei der Tour mit in Luxemburg angemeldeten Autos unterwegs sind, stützt sich auf zahlreiche kasachische Fahrer. Hinzu kommen einige solide Fahrer aus dem Ausland, wie der Slowene Janez Brajkovic und der Tscheche Roman Kreuziger. Top-Profis fehlen.

Diese Lücke sollen nun die Schlecks füllen, deren Trennung von Leopard SA besiegelt ist. Umso mehr als der luxemburgische Anwalt Albert Wildgen, die die finanziellen Angelegenheiten der Schleck-Brüder regelt, Ende 2011 den Verwaltungsrat von Leopard SA verlassen hat. Das Unternehmen wurde von dem Investor Flavio Becca gegründet und derzeit auch finanziert. Seit dem Abgang von Wildgen tauschen er und Hieb nach Hieb aus, und zwar mittels der Schleck-Brüder.

Kampf zwischen Wildgen und Becca

Prinzipiell sind Andy und Fränk Schleck bis 2014 unter Vertrag bei Leopard SA. Andy soll pro Jahr zwei Millionen Euro erhalten (ohne Prämien), Fränk 1,8 Millionen Euro. Dabei handelt es sich laut paperjam.lu um einen Doppelvertrag: jeweils einer auf den persönlichen Namen, ein zweiter abgeschlossen mit einer SARL, die die Imagerechte verwaltet. Nach Informationen von Paperjam und «L’essentiel» tragen diese Finanzkonstrukte den Namen Cyclan (Andy) bzw. Winfrank (Fränk) und stehen unter anderem in finanziellen Verbindungen mit solch exotischen Zielen wie Panama und Singapur. Bei jedem der beiden Verträge soll es sich um 600 000 Euro handeln.

Leopard SA zahlt diese Summen jedoch nicht mehr aus. Der Pressesprecher des Unternehmens begründete dies mit einem «Verdacht auf Geldwäsche». Die Brüder Schleck und Fabian Cancellara haben Beschwerde bei der UCI eingereicht.

Nun bleibt offen, ob Leopard SA die beiden Luxemburger Profis freiwillig gehen lässt oder eine Ablöse fordert. Der Kampf für Andy und Fränk, die zwischen Becca und Wildgen stehen, ist noch lange nicht beendet.

(L'essentiel Online/Denis Berche)

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