Luxemburg – «Schlüsselfertige Lösung» für ein erschwingliches Zuhause

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Luxemburg«Schlüsselfertige Lösung» für ein erschwingliches Zuhause

LUXEMBURG – Um der Wohnungsnot im Großherzogtum entgegenzuwirken, gewinnt die soziale Mietverwaltung GLS zunehmend an Bedeutung.

von
Frederic Lambert

Soziale Ausgrenzung durch zu wenig verfügbaren und bezahlbaren Wohnraum ist in Luxemburg ein Problem. Eines, das sich in den vergangenen Jahren zunehmend verschärft hat. Um dies zu bekämpfen, bietet das Ministerium für Wohnungsbau eine «schlüsselfertige Lösung» an – eine soziale Mietverwaltung (Gestion locative sociale, GLS).

Mit diesem 2009 eingeführten Konzept hofft man, leerstehende Wohnungen zu mobilisieren und gerade einkommensschwachen Haushalten somit ein erschwingliches Zuhause anbieten zu können.

«Es ist ein Win-Win-Modell für Mieter, Vermieter und Gemeinden»

Henri Kox, Minister für Wohnungsbau

Verschiedene Akteure wie Gemeinden, gemeinnützige Organisationen und Bauträger können eine Vereinbarung mit dem Ministerium unterzeichnen, bevor sie leerstehende Wohnungen von privaten Eigentümern vermieten. Die gezahlten Mieten liegen demnach bei weniger als 40 Prozent des Marktpreises. Gleichzeitig profitieren die privaten Eigentümer von einer Steuerbefreiung von 50 Prozent auf ihre Netto-Mieteinnahmen.

Lag die Zahl der durch die GLS mobilisierten Wohnungen 2018 noch bei «nur» 714, stieg die Zahl im darauffolgenden Jahr bereits auf 845 (+19 Prozent) und 2021 auf 1073 Wohnungen (+10 Prozent). «Nach mehr als zehn Jahren Erfahrung hat das Modell seine Wirksamkeit bewiesen», sagt Henri Kox, Minister für Wohnungsbau und fügt hinzu: «Es ist ein Win-Win-Modell für Mieter, Vermieter und Gemeinden». 37 Vertragspartner (Caritas, Rotes Kreuz, Inter-Actions, Frauen in Not...) sind heute in der GLS tätig. So sei die Miete garantiert und die Immobilie verfügbar und instandgehalten.

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