Billigstahl aus China – Schneider warnt vor Kollaps der Stahlbranche

Publiziert

Billigstahl aus ChinaSchneider warnt vor Kollaps der Stahlbranche

LUXEMBURG - Sieben EU-Staaten, darunter das Großherzogtum, fordern einen wirksameren Schutz der europäischen Stahlindustrie vor Billigimporten.

Etienne Schneider und sechs weitere EU-Minister fordern wirksamere Maßnahmen gegen Billigstahl aus Fernost.

Etienne Schneider und sechs weitere EU-Minister fordern wirksamere Maßnahmen gegen Billigstahl aus Fernost.

Editpress

Angesichts der Krisenstimmung in der europäischen Stahlindustrie fordern Luxemburg, Deutschland und fünf weitere Länder die EU zum Handeln auf. Die heimische Industrie müsse gegen «unfaire Handelspraktiken» geschützt werden, verlangen Wirtschaftsminister Etienne Schneider und seine Kollegen aus Deutschland, Italien, Großbritannien, Frankreich, Polen und Belgien. Das Schreiben, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, ist vom 5. Februar datiert. Zuvor hatte das Handelsblatt (Montag) darüber berichtet.

«Die Europäische Union kann nicht passiv bleiben, wenn wachsende Arbeitsplatzverluste und Schließungen von Stahlwerken zeigen, dass es eine erhebliche und drohende Gefahr eines Zusammenbruchs des europäischen Stahlsektors gibt», heißt es in dem Schreiben.

Maßnahmen gegen Billigstahl

Die EU solle sich gegen günstige Stahlimporte wehren, fordern die Unterzeichner. Laufende Anti-Dumping-Verfahren, in denen untersucht wird, ob Produkte aus China und Russland zu einem unrealistisch niedrigen Preis auf den europäischen Markt gespült wird, müssten schneller vorankommen. Auch gegen mutmaßliche unerlaubte Subventionen für die Stahlindustrie in Drittländer müsse die EU entschiedener vorgehen.

Eine Sprecherin der EU-Kommission versicherte, die Behörde handle «so schnell wie möglich» und verwies auf insgesamt 35 Anti-Dumping oder Anti-Subventionsbeschüsse gegen Billigstahl aus Drittländern.

Die Stahlbranche in Europa ächzt unter einem Verfall der Stahl- und Rohstoffpreise. Branchengrößen wie ArcelorMittal und ThyssenKrupp kämpfen mit dem schwierigen Umfeld.

(L'essentiel/dpa)

Deine Meinung