Wegen Schlägerei – Schüler mussten zur Strafe Händchen halten

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Wegen SchlägereiSchüler mussten zur Strafe Händchen halten

Ein Rektor aus Arizona gab zwei Schülern nach einem Faustkampf die Wahl: Ihr fliegt von der Schule – oder ihr haltet eine Stunde lang öffentlich Händchen.

Die beiden Schläger und ihre Strafe: eine Stunde Hände halten vor den Mitschülern. (Bild: Facebook.com)

Die beiden Schläger und ihre Strafe: eine Stunde Hände halten vor den Mitschülern. (Bild: Facebook.com)

Tim Richards ist Rektor an der Westwood High im US-Bundesstaat Arizona. Er duldet keine Prügelei auf dem Schulareal. Das machte er vergangene Woche auch seinen Schülern Julio und Charles (14) klar, die sich nach dem Sportunterricht einen Kampf lieferten. Rektor Richards stellte die beiden Streithähne vor die Wahl: Entweder ihr werdet wegen des Kampfes von der Schule suspendiert – oder ihr haltet in aller Öffentlichkeit für eine Stunde Händchen als Strafe und Zeichen dafür, dass ihr euch wieder vertragt.

Die beiden Schüler entschieden sich für Letzteres und setzten sich Hände haltend dem Hohn und Spott ihrer Mitschüler aus. Diese fotografierten das beschämte Duo, stellten die Bilder ins Internet, machten Sprüche. «Seid ihr schwul? Oder wieso haltet ihr sonst Händchen?», wurden die beiden gehänselt: Einer der Streithähne weigerte sich am nächsten Tag aus Scham zur Schule zu gehen. Der andere versicherte gegenüber US-Medien, seine Lektion gelernt zu haben: «Schlage dich nicht in der Schule!»

Die Prangermaßnahme des Rektors stieß in der Folge auf gemischte Reaktionen: Der Schulleiter, so befürchteten Kritiker, leiste damit Mobbing und Schwulenfeindlichkeit in der Schule Vorschub, indem Händchenhalten als etwas Negatives dargestellt werde. «Ich bin entsetzt, dass ein Schulleiter eine Gruppe von Teenagern dazu bringt, zwei männliche, Händchen haltende Schüler auszulachen und zu verhöhnen», lautete etwa ein Eintrag auf Twitter.

Die Schulbehörde verurteilte nun ebenfalls diese Art der schulinternen Disziplinierung und kündete eine Unterredung mit Rektor Richards sowie eine Revision und engere Definition des schulischen Strafenkatalogs an.

(L'essentiel Online/gux)

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