Job im Atomkraftwerk – Schülerinnen müssen für Praktikum strippen

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Job im AtomkraftwerkSchülerinnen müssen für Praktikum strippen

Ein tschechischer Energiekonzern wollte Praktikumsplätze per Schönheitswettbewerb zu vergeben – ausgerechnet in einem Atomkraftwerk.

Noch ist der Wettbewerb bei Facebook online (Screenshot). Die Kommentare sind allerdings fast durchgehend vernichtend.

Noch ist der Wettbewerb bei Facebook online (Screenshot). Die Kommentare sind allerdings fast durchgehend vernichtend.

Screenshot Facebook

Der tschechische Energiekonzern CEZ hat zehn Schulabsolventinnen im Kühlturm eines Atomkraftwerks in Bikinis fotografieren lassen, um unter ihnen eine Praktikum zu vergeben, wie die Deutsche Welle berichtet. Nach massiven Protesten sei die Aktion zwar abgeblasen und allen zehn Mädchen ein entsprechender Platz zugesagt worden – der Imageschaden dürfte aber so schnell kaum aus der Welt zu bekommen sein.

«So ein Wettbewerb ist vollkommen außerhalb aller ethischer Grenzen», zitiert die Deutsche Welle die Anwältin und Menschenrechtsaktivistin Petra Havlíková. «Im Jahr 2017 ist es schwer zu glauben, dass jemand beruflich Vorteile ergattert, weil er gut aussieht.»

Modelverträge gibt's auch noch

CEZ stellt allerdings fest, dass der Facebook-Wettbewerb nicht vom Energieerzeuger selbst organisiert wurde: Es habe sich um einen Teil eines alljährlichen Wettbewerbs unter Schulabsolventinnen gehandelt, bei dem Modelverträge gewonnen werden können.

Das Praktikum im Atomkraftwerksollte also nur eine Zugabe sein – über die sich jetzt alle Teilnehmerinnen freuen dürfen. Spätestens zum Anfang des Praktikums wird aber wohl doch bessere Schutzkleidung zu tragen sein.

(L’essentiel/fgg)

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