In Luxemburg – Schützt ein Dienstwagen Raser vor Punkteabzug?

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In LuxemburgSchützt ein Dienstwagen Raser vor Punkteabzug?

LUXEMBURG – Wird ein Arbeitnehmer im Dienstwagen geblitzt, wird er nicht automatisch dafür verantwortlich gemacht. Strafffreiheit wird es dennoch kaum geben.

Der Strafzettel flattert zuerst bei der Autovermietung auf den Schreibtisch.

Der Strafzettel flattert zuerst bei der Autovermietung auf den Schreibtisch.

Wer im Firmenwagen geblitzt wird, kann sich nicht vor den Folgen drücken. Auch wenn der Weg des Strafzettels erst einmal verworrene Wege nimmt. Die Polizei benachrichtigt zunächst die Leasinggesellschaft, der das Fahrzeug gehört, diese meldet das Unternehmen, welches das entsprechende Auto gemietet hat. «Wir teilen die Daten des Fahrers nicht mit, weil wir kein Vertragsverhältnis mit ihm haben, aber auch aus Respekt vor dem Privatleben», sagt ein Verantwortlicher einer Leasinggesellschaft.

Der Strafzettel landet schließlich bei dem Unternehmen, bei dem der Fahrer arbeitet. «Es ist der Mieter, der finanziell verantwortlich ist. Und in seiner Eigenschaft als juristische Person ist es sein gesetzlicher Vertreter, dem die finanzielle Verantwortung zufällt», so die Luxemburger Polizei.

Der Arbeitgeber kann seinen Arbeitnehmer in der «Erklärung eines anderen Fahrers» angeben. Aber die Firma kann ihren Angestellten auch nicht nennen und die Strafe übernehmen. Der Fahrer würde so keine Punkte auf seinen Führerschein verlieren. Um eine gewisse Straffreiheit handelt es sich dabei aber nicht: «Früher war es möglich, den Verkehrsverstoß auf Unternehmensebene zu belassen, wurde die Geldbuße beglichen, wurde die Strafverfolgung gestoppt», heißt es von einer großen Leasing-Gesellschaft. Aber «heute wird in den meisten Fällen der gesetzliche Verantwortliche des Unternehmens für die Straftat verantwortlich gemacht».

(Mathieu Vacon/L'essentiel)

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