Capstone-Satellit: Schuhkartongroßer Satellit kreist für bewohnte Raumstation um den Mond

Publiziert

Capstone-SatellitSchuhkartongroßer Satellit kreist für bewohnte Raumstation um den Mond

Die Nasa hat mithilfe eines privaten Unternehmens eine Sonde ins All gestartet, die sechs Monate lang den Mond umrunden soll. Dabei wird sie wichtige Daten für eine geplante bewohnte Mondstation sammeln.

1 / 4
Capstone soll den Mond in einer spritsparenden Umlaufbahn umrunden.

Capstone soll den Mond in einer spritsparenden Umlaufbahn umrunden.

Nasa
Dabei ist sie zwischen 1600 und 70.000 Kilometer vom Mond entfernt.

Dabei ist sie zwischen 1600 und 70.000 Kilometer vom Mond entfernt.

Nasa
Capstone flog an Bord einer Electron-Rakete ins All.

Capstone flog an Bord einer Electron-Rakete ins All.

Rocket Lab

Die US-Raumfahrtbehörde hat einen Mini-Satelliten zur Erforschung des Mondes ins All gebracht, der nicht grösser als eine Mikrowelle ist. Eine Rakete mit der winzigen Sonde Capstone startete am Dienstag um 11.55 Uhr Ortszeit an Bord einer Electron-Rakete des privaten Unternehmens Rocket Lab vom Weltraumbahnhof Launch Complex 18 in Neuseeland ins All. Capstone steht für Cislunar Autonomous Positioning System Technology Operations and Navigation Experiment, zu Deutsch: Betrieb und Navigationsexperiment des autonomen cislunaren Ortungssystems. «Wir sind abgehoben», erklärte die Nasa kurz nach dem Start, der vom Nasa-Experten Bradley Smith als «absolut fantastisch» beschrieben wurde.

Obwohl die gut 384.000 Kilometer lange Reise zum Mond üblicherweise nur vier bis fünf Tage dauert, wird Capstone drei bis vier Monate für den Weg brauchen. Der Grund: Sprit sparen. Die Raumsonde nutzt bei ihrer Reise die Schwerkraft von Erde, Sonne und Mond, um letztendlich von der Anziehungskraft des Trabanten eingefangen zu werden und fliegt dafür 1,3 Millionen Kilometer weit. Künftig sollen auch bemannte Missionen zum Mond diese Route nutzen. «Es dauert zwar eine Weile, den Mond mit diesem ballistischen Mondtransfer zu erreichen. Dafür wird nicht so viel Treibstoff benötigt», sagt dazu Programm-Manager Elwood Agasid von der Nasa gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk.

Raumstation als Basis für Mondmissionen

Der Mini-Satellit, der mit 25 Kilo etwa so viel wiegt wie ein Reisekoffer und so groß ist wie ein Schuhkarton, soll im Mond-Orbit eine Art Probefahrt für die geplante Raumstation Lunar Gateway unternehmen, die als Ausgangspunkt für künftige Mond-Missionen dienen soll. Während sechs Monaten soll die Sonde in einer treibstoffsparenden Umlaufbahn, die sieben Tage dauert, um die Mond-Pole den Trabanten in einer Entfernung zwischen 1600 und 70.000 Kilometern umkreisen – dieselbe Bahn, die dereinst auch die Raumstation Lunar Gateway fliegen soll. Dabei sollen nur kleine Korrekturen nötig sein, was es ermöglichte, Capstone mit gerade mal fünf Kilo Treibstoff ins All zu schicken.

Die Nasa will mit ihrem Artemis-Programm in den kommenden Jahren erstmals seit 1972 wieder Astronauten auf den Mond bringen, darunter auch erstmals eine Frau. Ab Mitte der 2020er-Jahre soll Lunar Gateway bis zu 15 Jahre lang den Mond umkreisen und eine Basis für Astronautinnen und Astronauten sein, die zum Mond selbst fliegen.

(AFP/trx)

Deine Meinung

0 Kommentare