Luxemburg-Stadt: Schulen und Eltern bleiben bei Verkehrssicherheit uneins

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Luxemburg-StadtSchulen und Eltern bleiben bei Verkehrssicherheit uneins

LUXEMBURG – Eltern von Schülern des Lycée Vauban und der Europa Schule I sehen weiterhin eine «Gefahr» auf dem Boulevard Adenauer und dem Boulevard de Kockelscheuer. Die Stadt Luxemburg ist anderer Meinung.

von
Olivier Loyens
Die Elternvereinigung der Europa Schule I hatte im September eine Aufklärungsaktion durchgeführt.

Die Elternvereinigung der Europa Schule I hatte im September eine Aufklärungsaktion durchgeführt.

Association des parents d'élèves de l'Ecole Européenne I

«Der Boulevard de Kockelscheuer ist extrem gefährlich, da dort nicht nur Autos und Busse schnell fahren, sondern auch Rettungsfahrzeuge. Muss es erst ein Drama geben, um angemessene Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen?», fragt Fabienne*. Die Mutter von zwei Kindern im Alter von 5 und 7 Jahren, die das Lycée Vauban besuchen, fragt sich, warum die Privatschule nicht von Gemeindebeamten unterstützt wird, die den Schülern beim Überqueren der öffentlichen Straße helfen.

Francesca Flego, Vorsitzende der Elternvereinigung der Europa Schule I, spricht die gleiche Problematik an. «Auf dem Boulevard Adenauer herrscht hohes Verkehrsaufkommen und niemand hilft kleinen Kindern über die Straße. Tag für Tag kommt es zu kleinen Unfällen.»

Keine Notwendigkeit für Gemeindebeamte

Auf Anfrage erklärt die Stadt Luxemburg, dass an beiden Schulen die Fahrbahnmarkierungen und Straßenschilder zur Regelung und Organisation des Verkehrs explizit und unmissverständlich angebracht wurden und dass die Lichtsignale vollkommen konform mit der Straßenverkehrsordnung seien. «Die Stadt hat also alle Vorkehrungen getroffen, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und insbesondere der Kinder zu gewährleisten», heißt es.

Für das Lycée Vauban hält die Stadtverwaltung die Anwesenheit eines städtischen Beamten nicht für notwendig. «Die einzigen Sicherheitsrisiken sind das unvorsichtige Verhalten vieler Autofahrer. Um ihre Kinder abzusetzen oder abzuholen, parken und halten diese chaotisch und illegal, unter anderem auf den Gehwegen um die Fußgängerüberwege herum.»

Tram-Haltestelle soll Sicherheit verbessern

Die Stadt gibt an, ein Schreiben an die Schulleitung und die Elternvereinigung gerichtet zu haben, um die Eltern auf die Einhaltung der geltenden Grundregeln aufmerksam zu machen. Darüber hinaus stehe die Stadt nach eigenen Angaben in regelmäßigem Kontakt mit der örtlichen Polizeiwache, die regelmäßig Kontrollen durchführe, um gegen Falschparker vorzugehen. Auf längere Sicht sagt Pascale Jean-Basptiste, Exekutivdirektorin des Lycée Vauban, dass die Anbindung der Straßenbahn im Jahr 2023 die Verkehrssicherheit verbessern würde. «Mit der künftigen Haltestelle direkt vor der Schule, muss der Boulevard nicht mehr überquert werden», sagt sie.

Martin Wedel, Direktor der Europa Schule I, stellt seinerseits fest, dass die in den nächsten fünf bis zehn Jahren geplanten Neugestaltungen auf dem Kirchberg und insbesondere um die Schule herum alle darauf abzielen, den öffentlichen Verkehr und die Reduzierung des individuellen Autoverkehrs zu fördern.

*Name wurde geändert

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