Neue US-Proteste – Schwarzer stirbt nach Pfefferspray-Einsatz
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Neue US-ProtesteSchwarzer stirbt nach Pfefferspray-Einsatz

Die Proteste in den USA sind von Neuem entfacht, als bekannt wurde, dass ein 35-jähriger Schwarzer im Bundesgefängnis von New York City gestorben ist.

Der 35-jährige Jamel Floyd war Insasse im Metropolitan Detention Center in Brooklyn. Er starb nachdem die Gefängniswärter Pfefferspray gegen ihn eingesetzt hatten, weil er sich «störend verhalten» haben soll. Er hatte den Zugang zur Zelle verbarrikadiert und versucht, das Fenster mit einem Metallgegenstand einzubrechen, heißt es laut «CNN» in einer Pressemitteilung. Der Mann habe eine Gefahr für sich und andere dargestellt. Nachdem die Wachen ihn mit Pfefferspray traktiert hatten, habe Floyd nicht mehr reagiert. Medizinisches Personal habe sofort lebensrettende Maßnahmen eingeleitet. Floyd wurde in ein örtliches Krankenhaus gebracht und dort für tot erklärt. Er war seit Oktober 2019 inhaftiert.

Im Normalfall nicht tödlich

Floyds Mutter sagt, die Polizei habe ihren Sohn «ermordet». Er habe an Asthma gelitten. Organisationen wie Release Aging People in Prison (RAPP) fordern nun eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls. «Unter normalen Umständen sollte Pfefferspray nicht tödlich sein, wenn es so verwendet wird, wie es verwendet werden sollte», so RAPP-Direktor Jose Saldana. Eine zu große Menge könne einen Herzinfarkt oder andere gefährliche Reaktionen auslösen. Die Chefärztin von New York City, Barbara Sampson, sagte, ihr Büro sei dabei, Floyds Tod zu untersuchen. Ersten Erkenntnissen zufolge gibt es keine Hinweise darauf, dass Floyd im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben ist.

«Keine Gerechtigkeit, kein Frieden»

Der Vorfall hat nach den gewaltsamen Protesten aufgrund des verstorbenen George Floyd neue Wut entfacht. In New York versammelten sich wieder Menschen auf den Straßen und forderten lückenlose Aufklärung. Unter ihnen die gerade einmal siebenjährige Wynta-Amor Rogers, deren flammende Rede inmitten einer Gruppe von Demonstranten auf Video aufgenommen wurde. «Keine Gerechtigkeit, keinen Frieden, sagt es lauter», ruft Rogers ins Mikrophon, ein Sprechchor wiederholt ihre Worte. «Wie lautet sein Name?», so das Mädchen. «Jamel Floyd!», entgegnen die Demonstranten. Rogers antwortet: «Sagt seinen Namen!» und die Menge folgt ihr: «Jamel Floyd!»

(L'essentiel/Katja Fässler)

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