Lebende Dummys – Schweine für Kindersitz-Crashtests getötet

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Lebende DummysSchweine für Kindersitz-Crashtests getötet

Chinesische Forscher haben lebende Schweine als Crashtest-Dummys benutzt. Untersucht wurden verschiedene Gurtsysteme für Kindersitze.

Die Entwicklung von Kindersitzen spielt in der Automobilbranche eine wichtige Rolle. Die Sicherheit der Kinder ist ein hohes Gut, doch zu welchem Preis. In China wurden von Forschern 15 Schweine als lebende Dummys benutzt.

Weil die Anatomie der jungen Tiere der von sechsjährigen Kindern ähneln soll, wurden die Schweine in Kindersitzen festgeschnallt. Den lebenden Tieren wurden Beruhigungsmittel gespritzt. Anschließend wurden drei verschiedene Gurtsysteme getestet.

Mit dem Test wurde versucht, die Belastungen an Brust und Bauch bei Kindern zu simulieren, die bei einem Verkehrsunfall entstehen. Das Ergebnis: verstörend. Bei einer Geschwindigkeit zwischen 30 und 50 km/h starb die Hälfte der Tiere direkt beim Aufprall. Die übrigen Schweine überlebten nur wenige Stunden – ihre Körper wurden beim Aufprall teilweise aus den Sitzen geschleudert und die Haut riss auf.

«Es ist schlichtweg grausam»

Die Studien der Forscher wurden bereits im Januar 2019 in einem Fachmagazin veröffentlicht. Nun berichtete Autobild über die schockierenden Tests. Nachuntersuchungen der Kadaver der Tiere zeigen, dass bei den Unfällen häufig die Lunge verletzt wurden.

Tierschützer sind über die Tests schockiert. Anne Meinert, Referentin Tierversuche bei der Tierschutzorganisation Peta, sagt: «Intelligente und empfindsame Tiere wie Schweine bei Hochgeschwindigkeits-Crashtests in China gegen Wände knallen zu lassen, ist schlichtweg grausam.»

Zurzeit ist unklar, wer hinter der Forschung steckt, die von der Third Military Medical University durchgeführt wurde. Laut der Peta-Aktivistin besteht die Möglichkeit, dass es eine Zusammenarbeit mit der Industrie gibt, die bewusst geheimgehalten wird.

(L'essentiel/fss)

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