Umgang bei Wettbewerben: Schwimm-Weltverband beschließt neue Regeln für Transmenschen

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Umgang bei WettbewerbenSchwimm-Weltverband beschließt neue Regeln für Transmenschen

Der Weltverband Fina hat neue Regeln für Transmenschen bei Schwimm-Wettkämpfen festgelegt. Ob sie an Frauenwettkämpfen teilnehmen dürfen, hängt vom Zeitpunkt ihrer Geschlechtsumwandlung ab.

(FILES) In this file photo taken on February 19, 2022 transgender swimmer Lia Thomas (2nd L) of Penn University and transgender swimmer Iszac Henig (L) of Yale pose with their medals after placing first and second in the 100-yard freestyle swimming race at the 2022 Ivy League Women's Swimming & Diving Championships at Harvard University in Cambridge, Massachusetts. - Swimmer Lia Thomas, the first transgender athlete to win a top-tier US university title, insisted May 31, 2022 that trans athletes don't transition to gain an edge in sports and voiced ambitions to compete in the Olympics. (Photo by Joseph Prezioso / AFP)

Lia Thomas (Zweite von links) war im März als erste Transfrau auf der höchsten Ebene des College-Sports Meisterin geworden.

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Der Weltverband Fina hat neue Regeln für Transmenschen bei Schwimm-Wettkämpfen festgelegt. Nach diesen Regeln dürfen sie nur an Frauen-Wettbewerben teilnehmen, wenn sie ihre Geschlechtsanpassung bis zum Alter von zwölf Jahren abgeschlossen haben. Die Fina hat zudem eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die an einer sogenannten «offenen» Wettkampfkategorie arbeiten soll. In sozialen Medien sorgte der Beschluss des außerordentlichen Verbandskongresses bereits für Kritik.

Das Thema hatte zuletzt vor allem im Zusammenhang mit der US-Amerikanerin Lia Thomas Aufmerksamkeit hervorgerufen. Sie war im März als erste Transfrau auf der höchsten Ebene des College-Sports Meisterin geworden.

Unfair?

Kritiker hatten Thomas› Teilnahme an Frauenrennen danach als unfair bezeichnet. Sie habe biologisch einen Vorteil gegenüber den Konkurrentinnen, argumentierten sie. Menschen, die Thomas im Speziellen und Transpersonen im Allgemeinen verteidigen, sagten hingegen: physische Merkmale seien nie fair, die meisten Spitzensportler und Spitzensportlerinnen haben irgendeinen Vorteil und sind auch deswegen so gut in ihrer jeweiligen Disziplin.

Beim Fina-Kongress entschieden sich am Sonntag 71,5 Prozent der Teilnehmer für das neue Regelwerk. Zuvor hatte es bei der Veranstaltung Reden von Arbeitsgruppen aus Sportlern, Wissenschaftlern und Medizinern sowie Fachleuten für Menschenrechte gegeben.

(L'essentiel/dpa)

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