New York – Schwules Pinguinpaar zieht «Stiefkind» auf

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New YorkSchwules Pinguinpaar zieht «Stiefkind» auf

Premiere im Zoo von Syracuse in New York: Erstmals zieht ein homosexuelles Paar von Humboldt-Pinguinen ein Junges auf. Dieses stammt von Eltern, die wiederholt ihre eigenen Eier zerstört hatten.

Die Geburt des Pinguin-Babys am 1. Januar löste im Rosamond Gifford Zoo in Syracuse im US-Bundesstaat New York große Freude aus: Die Tiere gelten als gefährdet, und jede Geburt ist ein Erfolgserlebnis für das Aufzuchtprogramm des Zoos, das seit 2005 läuft. Insgesamt 55 Pinguine kamen dort seither zur Welt – doch das jüngste Mitglied der 28 Tiere zählenden Kolonie markiert eine Premiere: Erstmals wurde ein Junges von einem gleichgeschlechtlichen Paar ausgebrütet und seit dem Schlüpfen am Neujahrstag liebevoll betreut.

«Manche Paare setzen sich neben das Nest und wärmen das Ei nicht richtig oder streiten darum, wer auf dem Ei sitzen darf», erklärt Zoo-Direktor Ted Fox. «Elmer und Lima waren aber in jeder Hinsicht der Fürsorge vorbildlich.» Die beiden Männchen, die in der vergangenen Fortpflanzungssaison zusammenkamen und gemeinsam ein Nest bauten, waren zuvor mit einem falschen Ei getestet worden, um ihre Fähigkeiten zu testen. Die beiden bestanden den Test mit fliegenden Fahnen, weshalb die Zoo-Verantwortlichen beschlossen, den zwei im Zoo geborenen «Vätern» ein echtes, befruchtetes Ei hinzulegen. Denn, so Fox: «Nicht jedes Paar ist geeignet, Junge aufzuziehen.»

«Auch nicht-traditionelle Familien können großartigen Job tun»

Der Nachwuchs stammte vom Paar Poquita und Vente, die in der Vergangenheit schon mehrmals eigene Eier zerstört hatten. Ihnen wurde das echte Ei weggenommen und durch ein Imitat ersetzt, um dem Baby bessere Überlebenschancen zu geben. Das scheint sich gelohnt zu haben: Das Kleine, das beim ersten Wiegen 226 Gramm wog, scheint sich prächtig zu entwickeln. «Es wird weiterhin von Elmer und Lima betreut. Sie machen das wirklich großartig», ließ der Zoo verlauten. Und Fox fügt an, dies zeige, dass die Idee der Familie nicht artgebunden ist und «dass in vielen Fällen eine nicht-traditionelle Familie beim Aufziehen des Nachwuchses einen großartigen Job tut.»

Elmer und Lima sind nicht die ersten homosexuellen Pinguin-Eltern der Welt: Ähnliche Fälle gab es in den letzten Jahren schon bei den Eselspinguinen Electra und Viola in Valencia, den Berliner Pinguinen Skipper und Ping oder den Magellan-Pinguinen Eduardo und Rio im Zoo von San Francisco. Das Paar von Syracuse wird wohl nicht das letzte Mal Elternfreuden genießen: «Wenn sie das weiterhin so gut machen und Erfahrungen sammeln, werden sie auch in Zukunft Stiefkinder aufziehen können», so Zoodirektor Fox.

(L'essentiel/trx)

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