Frankreich: Sechs Jahre nach Terrornacht in Paris – 19 Personen schuldig gesprochen

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FrankreichSechs Jahre nach Terrornacht in Paris – 19 Personen schuldig gesprochen

Bei einer Serie von Terroranschlägen in Paris im November 2015 töten Extremisten 130 Menschen. Nun hat ein Gericht 19 Personen wegen terroristischen Taten schuldig gesprochen.

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Am 13. November 2015 kam es zu den verheerenden Terroranschlägen in Paris. Die Attentäter stürmten das Konzertlokal Bataclan.

Am 13. November 2015 kam es zu den verheerenden Terroranschlägen in Paris. Die Attentäter stürmten das Konzertlokal Bataclan.

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Auch das Stade de France hätte Ziel eines Anschlags sein sollen. Dies konnte jedoch verhindert werden.

Auch das Stade de France hätte Ziel eines Anschlags sein sollen. Dies konnte jedoch verhindert werden.

AFP
Der Prozess in Paris lief seit September 2021 in einem eigens dafür gebauten Verhandlungsaal. Insgesamt ein Jahr wurde daran gebaut.

Der Prozess in Paris lief seit September 2021 in einem eigens dafür gebauten Verhandlungsaal. Insgesamt ein Jahr wurde daran gebaut.

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Im historischen Prozess zu den Pariser Anschlägen von 2015 hat am Mittwochabend die Verlesung der Urteile begonnen. «Nach 148 Verhandlungstagen, in denen 415 Nebenkläger gehört wurden, will das Gericht eine umfassende Urteilsbegründung abgeben», sagte der Vorsitzende Richter Jean-Louis Périès.

20 Personen angeklagt

Die Staatsanwaltschaft hatte die Höchststrafe für den Hauptangeklagten Salah Abdeslam gefordert. Das bedeutet eine lebenslange Freiheitsstrafe, die so gut wie nicht verkürzbar ist. Insgesamt 20 Männer waren angeklagt, in verschiedenem Ausmaß an den dschihadistischen Anschlägen mit 130 Toten beteiligt gewesen zu sein.

Die Urteilsverkündung war mit Spannung erwartet worden. Vor dem stark gesicherten Gerichtsgebäude hatten sich schon früh am Tag lange Warteschlangen gebildet.

Über 2500 Nebenkläger

An dem seit September laufenden Prozess waren mehr als 2500 Nebenkläger beteiligt. Abdeslam ist das einzig noch lebende Mitglied der Terrorkommandos, die am 13. November 2015 am Stade de France, in Pariser Straßencafés und im Konzertsaal Bataclan einen Massenmord anrichteten.

Der 32-Jährige hatte sich zu Anfang des Prozesses als Kämpfer des Islamischen Staates bezeichnet. Seine Erklärung, dass er seinen Sprengstoffgürtel «aus Menschlichkeit» nicht gezündet hatte, hatte die Staatsanwaltschaft nicht überzeugt.

(AFP/bho)

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