Britisches TV – Sechs Penisse und eine echt schwierige Entscheidung

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Britisches TVSechs Penisse und eine echt schwierige Entscheidung

Eine Kuppelshow hat genug von öden Dates. Statt sich beim ersten Treffen in die Augen zu sehen, sollen die Kandidaten ihren Traumpartner jetzt anhand der Geschlechtsteile wählen.

Ein paar Dates, zärtliche Küsse und wenns gut läuft sogar Sex: Eigentlich sieht so der Ablauf eines stinknormalen Kennenlernens zweier Menschen aus. Den Briten ist das aber scheinbar zu langweilig. Deshalb drehen die Macher der Kuppelshow «Naked Attraction» die Routine mal um.

Das Motto der Sendung: Liebe auf das erste Genital. Oder so ähnlich. Statt wie bei «Herzblatt» mittels Charaktereigenschaften den perfekten Partner zu finden, bewertet ein Teilnehmer der Nackedei-Show, die auf Channel 4 ausgestrahlt wird, zuerst die Genitalien und schliesslich den Körper seiner Gegenüber und bestimmt deren Beziehungstauglichkeit. Oberflächlich? Nö, wieso denn auch?

An Absurdität kaum zu übertreffen

In der ersten, am vergangenen Montag ausgestrahlten Sendung kämpfen sechs Briten um die Aufmerksamkeit einer jungen Londonerin – und wir uns durch die an sexueller Beschämung kaum zu übertreffenden 60 Minuten. Dabei stehen die männlichen Kandidaten in Boxen, deren Wände langsam nach oben fahren und jeweils immer mehr von ihren nackten Adonis-Körpern – oder Homer-Simpson-Verschnitten – offenbaren.

Während des Begutachtens der kleinen Kandidaten – ein Lendenbereich ist gar geschmückt mit einem hübschen Elefantentattoo – führen die Anwesenden auch mal ein unbeschwertes Schwätzchen über Intimbehaarung und sexuelle Vorlieben. Aussagen wie «Bist du ein Fan vom vollen Busch?» scheinen normal. Seltsam? Kann man so sagen. Die Sendung ist definitiv nichts für zarte Pflänzchen.

Pimmel… Pimmel überall

Auch wir sind verstört. Wer zur Hölle hat sich dieses Konzept ausgedacht? Wieso macht man da freiwillig mit? Und erhoffen sich die Kandidaten mit einer Teilnahme an «Naked Attraction» den nötigen Startschuss für eine erfolgreiche Pornokarriere? Keine Ahnung.
Nach einer guten Viertelstunde voller behaarter Kehrseiten, hässlicher Tattoos und Schamhaar-Frisuren, die sich in unsere Köpfe gebrannt haben, wollen wir nur noch eines: in den Boden versinken. Unsere peinliche Berührung und Fremdscham sind auf Rekordhöhe.

«WTF?!» beschreibt die Minuten des NSFW-Spektakels wohl am besten – denn es ist uns bei weitem nicht nur einmal über die Lippen gehuscht. So viel Nacktheit sind wir uns nicht gewohnt, die Offenherzigkeit irgendwie befremdend. Eines müssen wir den Kandidaten aber lassen: An Selbstbewusstsein mangelt es ihnen definitiv nicht. Ein zweites Mal werden wir uns die Sendung deswegen aber garantiert nicht ansehen.

(lma/Tillate/L'essentiel)

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