Gemeindepolitik – «Seit der Fusion fahren bei uns mehr Busse»

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Gemeindepolitik«Seit der Fusion fahren bei uns mehr Busse»

LUXEMBURG - Gemeinden mit weniger als 3000 Einwohnern sollen fusionieren. Was sich im Alltag ändert? Wir haben Bürger gefragt, die seit 2012 in Fusionsgemeinde wohnen.

«Seit unsere Gemeinden Anfang 2012 zu Käerjeng geworden sind, habe ich keinen Unterscheid gespürt», meint anna aus Niederkerschen.

«Seit unsere Gemeinden Anfang 2012 zu Käerjeng geworden sind, habe ich keinen Unterscheid gespürt», meint anna aus Niederkerschen.

L'essentiel/sg

«Ich war für die Fusion mit Küntzig, das ist eine schöne Gemeinde», meint Anna. Die 35-Jährige lebt und arbeitet in Niederkerschen. «Seit unsere Gemeinden Anfang 2012 zu Käerjeng geworden sind, habe ich keinen Unterscheid gespürt. Ich hoffe nur, dass die lokalen Abgaben nicht steigen werden.»

Gemeindefusionen wie die in Käerjeng will das Innenministerium – ohne Druck – vorantreiben. Langfristig soll keine Gemeinde mehr weniger als 3‘000 Einwohner haben. Die Bürger sind geteilter Meinung über die geplanten Fusionen.

«Einsparungen und eine größere finanzielle Stabilität»

Während die meisten Einwohner die Annas Meinung zu teilen scheinen, hört sich das in Küntzig, dem kleineren Fusionspartner, anders an: «Niederkerschen hatte schon immer die Mittel, in moderne Infrastruktur zu investieren, das war in Küntzig nicht der Fall», meint Lydie. «Ich freue mich über die Veränderungen.» Einiges hat sich in der kleineren Teil-Gemeinde schon verändert: «Wir haben mehr Mülleimer und mehr Busse verkehren», hat Lydie beobachtet. «Als es zuletzt geschneit hat, waren die Straßen deutlich schneller gestreut», fügt eine andere Anwohnerin hinzu.

In der Gemeindeverwaltung machen sich die Veränderung durch die Fusion leichter bemerkbar als auf der Straße: «Wenn in einer kleinen Gemeinde ein Sekretär krank wird, aber nicht fehlen darf, weil er das Mädchen für alles ist, dann wissen das viele Bürger nicht», erklärt Tilly Metz. Die ehemalige Bürgermeisterin einer Fusionsgemeinde arbeitet nun im unabhängigen Stab für Gemeindefusionen. «Eine Fusion erlaubt den Gemeinden Einsparungen und eine größere finanzielle Stabilität, von der letztlich auch die Bürger profitieren.»

(L'essentiel Online/Séverine Goffin)

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