Wetterphänomen – Seltsamer «Dunkel-Nebel» wabert durch Luxemburg

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WetterphänomenSeltsamer «Dunkel-Nebel» wabert durch Luxemburg

LUXEMBURG – Die Menschen an der Mosel konnten am Montagmorgen ein schauriges Naturschauspiel beobachten: Über das Land waberten unzählige kleine, dichte Nebelbänke.

Dieses Bild wurde am Montagmorgen um 8 Uhr bei Wasserbillig aufgenommen. Es zeigt eine dichte Nebelbank bei strahlendem Sonnenschein. Bei Sichtweiten von unter einem Kilometer sprechen Meteorologen von Nebel.

Dieses Bild wurde am Montagmorgen um 8 Uhr bei Wasserbillig aufgenommen. Es zeigt eine dichte Nebelbank bei strahlendem Sonnenschein. Bei Sichtweiten von unter einem Kilometer sprechen Meteorologen von Nebel.

Leser-Reporter

...und auf einmal sah man gar nichts mehr: Im Osten Luxemburgs und in den angrenzenden Gebieten von Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind am Montagmorgen dichte Nebelbänke über die Lande gestrichen. Die Nebelschwaden waren sehr kompakt und dicht und zeigten sich zwischen strahlendem Sonnenschein insbesondere in der Nähe der Flusstäler von Mosel und Sauer. Kurios: An manchen Stellen erschien der Nebel gelblich-braun, wie Rauch. Aber keine Angst, gebrannt hat es nicht.

Eine Meteorologin des deutschen Wetterdienstes (DWD) hat das Phänomen für L'essentiel erklärt: «Wir hatten eine sogenannte strahlungsreiche Nacht», sagt sie. Das bedeutet, dass wenige Wolken in der Nacht am Himmel hingen und die Wärme vom Erdboden ins höhere Luftschichten entweichen konnte. «Wenn die Abkühlung am Boden so stark ist, dass der Taupunkt erreicht wird, dann bildet sich Nebel», sagt die Meteorologin. In der Nähe von Flüssen käme außerdem hinzu, dass dort ein besonders feuchtes Klima herrsche, was die Bildung von dichtem Nebel begünstigt. «Auch in Senken kann man dann richtig dichten Nebel beobachten, denn dort hält sich die kühle Luft länger. Ein Meter daneben herrscht dann wieder klare Sicht», sagt die Frau vom DWD.

Wieso ist der Nebel braun?

Auch eine gelb-braune Färbung ist kein Grund zur Beunruhigung. «Es könnte natürlich auch Smog sein – aber bei der derzeitigen Wetterlage ist das unwahrscheinlich.» Außerdem gäbe es an der Obermosel keine großen Fabriken, die viele Abgase ausstoßen würden. Statt dessen nimmt die Meteorologin an, dass die Färbung durch die Sonne hervorgerufen wurde: «Wenn das Sonnenlicht auf den Nebel scheint, kann der sich insbesondere am Rand verfärben.» Das liege daran, dass das Licht von den winzigen Wassertröpfchen des Nebels gebrochen würde.

Übrigens: Je wärmer die Temperaturen werden, desto seltener wird uns der Morgen vom Schauer-Nebel vermiest. «Im Sommer wird Nebel immer unwahrscheinlicher. Es ist einfach zu warm, die Taupunkte werden nicht mehr erreicht», sagt die DWD-Expertin.

À propos Taupunkt: Dieser Film zeigt, wie gefährlich Nebel sein kann:

(L'essentiel)

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