Mobbing-Affäre – «Semedo hat dem Dialog keine Chance gegeben»
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Mobbing-Affäre«Semedo hat dem Dialog keine Chance gegeben»

LUXEMBURG – In einer Erklärung, die mitten in der Nacht herausgegeben worden ist, hat die DP auf den Austritt der Europaabgeordneten Monica Semedo reagiert.

Neben Monica Semedo (r.) sitzt auch Charles Goerens (Mitte) für die DP im Europaparlament.

Neben Monica Semedo (r.) sitzt auch Charles Goerens (Mitte) für die DP im Europaparlament.

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Die liberale Europaabgeordnete Monica Semedo hat am Dienstagabend ihren Austritt aus der DP bekannt gegeben, nachdem sie vom Europäischen Parlament wegen Mobbing für zwei Wochen von allen Aktivitäten ausgeschlossen wurde. Die Partei von Premierminister Xavier Bettel reagierte kurz vor ein Uhr nachts darauf. «Es ist bedauerlich, dass die Diskussion von einer Seite unterbrochen wurde und dass dem Dialog innerhalb der Partei keine Chance gegeben wurde», so die DP.

Die Partei behauptet, das Gespräch mit Monica Semedo gesucht zu haben. «Die DP ist eine Partei, die jedem eine Chance gibt und niemanden im Stich lässt», heißt es in der Erklärung. Seit die Suspendierung der Abgeordneten durch den Präsidenten des Europäischen Parlaments ausgesprochen wurde, hätten «viele Gespräche zwischen Monica Semedo und dem Parteivorstand stattgefunden».

«Völlig inakzeptabel»

Für die DP sei es absolut inakzeptabel, dass Menschen belästigt und schikaniert werden. «Das ist Frau Semedo klar gemacht worden», schreibt die Partei, die sich nach eigenen Angaben erst dann öffentlich zu dem Fall äußern wollte, wenn er intern ausführlich diskutiert worden sei. «Die Demokratische Partei vertritt Werte wie Toleranz, Antidiskriminierung und Respekt, die jedes ihrer Mitglieder respektieren muss», heißt es weiter in der Erklärung.

Es bleibt abzuwarten, ob Semedo das Europaparlament verlässt und damit die DP die beiden Abgeordneten behält, die ihr von den Wählern für die Europawahl 2019 zugesprochen wurden (Charles Goerens sitzt ebenfalls für die DP in Straßburg). Semedo könnte auch als Unabhängige oder für eine andere Partei ihr Mandat fortführen.

(jw/L'essentiel)

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