Zwischen 18 und 35 – Sender sucht junge Leute für Live-Sex im Fernsehen

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Zwischen 18 und 35Sender sucht junge Leute für Live-Sex im Fernsehen

Norwegen sucht junge Erwachsene, die sich für eine national ausgestrahlte Aufklärungssendung beim Sex filmen lassen. Die Idee sorgt für Aufsehen.

Ein Fernsehsender sucht Pärchen für echten Sex vor der Kamera – aber nicht, um zu provozieren, sondern um aufzuklären.

Ein Fernsehsender sucht Pärchen für echten Sex vor der Kamera – aber nicht, um zu provozieren, sondern um aufzuklären.

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Nachdem der norwegische öffentlich-rechtliche Sender NRK schon vor wenigen Monaten mit ziemlich ausführlichen Berichterstattungen über Vaginas und Penisse für Wirbel gesorgt hat, holen die Verantwortlichen nun zum nächsten Schlag aus: Sie suchen junge Paare, die für ein Fernsehprogramm Sex haben.

Pornos und Hollywood sind unrealistisch

Ganz recht. Die Show-Produzenten machen derzeit Pärchen zwischen 18 und 35 Jahren ausfindig, die vor der Kamera so richtig zur Sache gehen – alles im Dienste der Aufklärung, versteht sich. Ziel der Sendung ist es, Jugendlichen zu zeigen, dass es nicht unbedingt sinnvoll ist, sich Pornos und Hollywood-Streifen als Vorbilder für intime Momente zu nehmen.

Erotische Minuten in der Dusche und Jahrhundertorgasmen, die inszenierter nicht sein könnten, sind schließlich wirklich keine realistischen Schilderungen der schönsten Nebensache der Welt. Stichwörter wie Schmerzen, Ausfluss und unbeholfene Momente treffen es da wohl etwas besser.

Schön und intim

Die Show, die im November ausgestrahlt werden soll, bringt die Sexdebatte wieder ins Rollen. Wie Moderatorin Line Elvsåshagen sagt, ginge es in der Sendung aber nicht darum, Penis und Vagina in Aktion zu zeigen: «Die Idee dahinter ist es, zu zeigen, dass Sex eine schöne und intime Situation ist, die zwar oft etwas unbeholfen, aber ungefährlich sein kann.»

Naja, wahnsinnig intim ist der Akt vor laufender Kamera wohl kaum. Die Aufklärungs-Show «Line fisker kroppen» – was übersetzt ungefähr etwa so viel heißt wie «Line lernt ihren Körper kennen» – fungiert also als Gegenstück zum extremen Porno-Markt und unzähligen romantischen Filmen, in denen Makel ein Fremdwort ist.

Spannend ist, ob Bewerber gefunden werden. Sich erotisch auf dem Bett zu räkeln und sein bestes Stück über die nationalen Bildschirme flimmern zu lassen, könnte sich eventuell ungünstig in der Bewerbungsmappe machen. Aber vielleicht gibt es ja auch Lohn dafür.

(L'essentiel)

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