Gespräche in Brüssel – Serbien und Kosovo keinen Schritt weiter

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Gespräche in BrüsselSerbien und Kosovo keinen Schritt weiter

Die EU drängt die beiden zerstrittenen Balkanstaaten zu einer Verständigung. Auch die Verhandlungsrunde am Mittwoch brachte keinen Fortschritt. Doch die EU-Außenbeauftragte sieht Licht am Horizont.

Kosovos Premierminister Hashim Thaci am Mittwoch vor dem Verhandlungsmarathon in Brüssel. Er konnte sich mit den Serben nicht einigen – noch nicht? (Bild: Keystone/AP/Geert Vanden Wijngaert)

Kosovos Premierminister Hashim Thaci am Mittwoch vor dem Verhandlungsmarathon in Brüssel. Er konnte sich mit den Serben nicht einigen – noch nicht? (Bild: Keystone/AP/Geert Vanden Wijngaert)

Die Gespräche zwischen Serbien und dem Kosovo sind erneut ohne Ergebnis geblieben. Vertreter der Länder hatten sich am Mittwoch mit der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton in Brüssel getroffen, um über den Status des Nord-Kosovos zu verhandeln. Obwohl sich beide Seiten abermals nicht einigen konnten, zeigte sich Ashton nach dem Ende der Gespräche am frühen Donnerstag zuversichtlich, dass es bald zu einer Lösung kommen könnte.

«Beim letzten Mal habe ich gesagt, dass eine Einigung nahe war und dass der Graben zwischen beiden Parteien schmal, aber tief war», erklärte Ashton. «Ich kann heute mit grosser Zuversicht sagen, dass der Graben schmal und mittlerweile sehr seicht ist», fügte sie hinzu.

Kosovo von Serbien nicht anerkannt

Das vorwiegend von Albanern bewohnte Kosovo hatte sich 2008 für unabhängig erklärt und war auch von 90 Staaten weltweit anerkannt worden, nicht aber von Serbien. Serbische Nationalisten wollen der Kosovo nicht aufgeben, weil sie es als Wiege des serbischen Staats ansehen. Besonders problematisch ist die Lage im Norden des Kosovos, weil dort mehrheitlich ethnische Serben leben, die die Autorität der Regierung in der Hauptstadt Pristina nicht anerkennen.

Eine Lösung des Problems ist aber nicht nur für der Kosovo, sondern auch für Serbien von großem Interesse. Mit Blick auf den angepeilten EU-Beitritt fordert die europäische Staatengemeinschaft von Serbien nämlich eine «Normalisierung der Beziehungen» zu seinen Nachbarländern.

(L'essentiel Online/hhs/sda)

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