Ärger um Todeszahlen – Servior dementiert Ochs' «Lügen und Erfindungen»
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Ärger um TodeszahlenServior dementiert Ochs' «Lügen und Erfindungen»

LUXEMBURG – 26 Bewohner des Seniorenheims in Niederkorn sollen nach der Booster-Impfung verstorben sein. Lügen und Erfindungen, dementiert der Betreiber.

Am Tag nach seiner Anhörung vor dem Obersten Disziplinarrat des Ärztekollegiums ist Dr. Benoît Ochs erneut in den Nachrichten. Der Betreiber von Seniorenunterkünften, Servior, hat Äußerungen des Arztes, dass es im Seniorenheim Niederkorn «nach der Booster-Impfung direkt 26 Tote» gegeben habe, «in ihrer Gesamtheit» entschieden zurückgewiesen.

«Das sind Lügen, eine Erfindung. Es gibt keinen einzigen Todesfall, der mit der Impfung in Zusammenhang steht. Im Gegenteil, die gesundheitliche Situation verbessert sich seit der Einführung der dritten Dosis», erklärte die Sprecherin von Servior und folgte damit einer Erklärung, in der bereits «rein unwahre Behauptungen, die in sozialen Netzwerken verbreitet werden», angeprangert wurden.

Ochs rudert zurück und setzt gleichzeitig einen drauf

Auf Nachfrage von L'essentiel bleibt Ochs bei seinen Aussagen und erklärte, er habe die genaue Zahl von zwei Krankenschwestern. «Mindestens fünf Personen haben mir gesagt, dass es mehr als zwanzig Todesfälle gab, aber ich habe das der Chamber nicht gesagt, weil ich die genaue Zahl nicht hatte.»

Der Arzt aus Gonderingen gibt nun an «nie gesagt zu haben, dass diese Todesfälle auf die Injektion zurückzuführen sind», er habe sich lediglich «Gedanken gemacht». Normalerweise gebe es in einem Altenheim viel weniger Todesfälle, meint er. «Das Heim in Niederkorn ist im Übrigen nicht das einzige in Luxemburg, das von mehr als 20 Todesfällen seit dem Booster betroffen ist», argumentiert er.

«Falsch», antwortet die Sprecherin von Servior. Sie wolle sich nicht auf eine Zahlenschlacht einlassen, doch die seit September letzten Jahres registrierten Todesfälle lägen sogar unter den Durchschnittswerten, die in normalen Zeiten verzeichnet werden. Auf Twitter kam Familienministerin Corinne Cahen Servior zu Hilfe und prangerte «falsche Informationen an, die nicht auf die leichte Schulter genommen werden dürfen».

(th/L'essentiel)

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