Von Mata Hari bis Anna Chapman – Sex – die heißeste Waffe der Geheimdienste
Publiziert

Von Mata Hari bis Anna ChapmanSex – die heißeste Waffe der Geheimdienste

Der deutsche IS-Terrorist, der eine FBI-Agentin heiratete, tappte nicht als Erster in eine Liebesfalle. Spione setzten schon immer gerne auf Sex und Liebe.

Als Rapper Deso Dogg hatte der Deutsche Denis Cuspert keinen Erfolg, stattdessen machte er sich in Berlin als Frauenheld einen Namen. Der 39-Jährige soll mindestens drei Kinder von drei verschiedenen Frauen haben. Und offenbar legte er seine Schwäche für das weibliche Geschlecht nicht ab, als er sich 2013 in Syrien der IS-Terrormiliz anschloss.

Der skrupellose IS-Kämpfer, der auch schon mit einem abgehackten Kopf posiert hat, verlor dort sein Herz an eine FBI-Agentin, wie «Bild am Sonntag» berichtete. Er heiratete sie nach islamischem Ritus, worauf die Spionin wichtige Informationen in die USA lieferte.

Damit war Cuspert auf einen der ältesten Tricks im Spionagegeschäft hereingefallen, die sogenannte Honig- oder Liebesfalle. Liebestrunkene Männer und Frauen waren seit jeher ein bevorzugtes Ziel für die Machenschaften von Nachrichtendiensten. Eine der ältesten Honigfallen dürfte wohl der Betrug Delilahs an Samson gewesen sein. Wie in der Bibel im Buch der Richter beschrieben, versprachen ihr die Philister 1100 Silberstücke für das Geheimnis von Samsons Kraft. Von der Liebe geblendet verriet er ihr schliesslich, dass seine Kraft in seinen langen Haaren lag.

Mata Hari

Seither mögen über 4000 Jahre vergangen sein, doch auch in jüngerer Zeit zeigte sich, dass Sex und Liebe zu den erfolgreichsten Waffen der Geheimdienste gehören. Im Ersten Weltkrieg ging Mata Hari als Spionin für Deutschland in die Geschichte ein. Die als Margaretha Geertruida Zelle geborene niederländische Nackt-Tänzerin diente den Deutschen unter dem Decknamen H21 als Informationsbeschafferin erster Güte und wickelte einen gegnerischen Offizier nach dem andern um ihren Finger. 1917 fand ihre Karriere eine abruptes Ende, als ein französisches Militärgericht die 41-Jährige zum Tode verurteilte.

In eine vermeintliche Honigfalle tappte auch der britische Kriegsminister John Profumo. Obwohl verheiratet, hatte er 1961 eine Affäre mit der attraktiven Christine Keeler. Besondere Brisanz erhielt der Fehltritt des Ministers, als Gerüchte aufkamen, wonach Keeler Geheimnisse an einen weiteren Geliebten, den Marineattaché der sowjetischen Botschaft, weitergegeben hätte. Profumo musste 1963 den Hut nehmen, auch wenn später der Spionagevorwurf gegen Keeler fallen gelassen wurde.

Doch nicht nur Männern wurden Honigfallen gestellt. Der langjährige Spionagechef der DDR Markus Wolf setzte erfolgreich auf sogenannte Romeo-Agenten, um die Sekretärinnen bundesdeutscher Spitzenfunktionäre zum Geheimnisverrat zu bewegen.

Die rote Anna

Auch nach dem Kalten Krieg erfreut sich die Taktik der Liebesfalle ungebrochener Beliebtheit. Bekanntestes Beispiel der letzten Jahre: Anna Chapman, die Teil eines russischen Spionagerings war. Die attraktive Russin heiratete 2002 einen Briten und soll als Agentin «Null Null Sex» in Grossbritannien und den USA zahlreiche Agenten bezirzt haben.

2006 trennte sie sich von ihrem Mann, zog nach New York und wurde 2010 vom FBI festgenommen. Kurz darauf wurde sie am Flughafen Wien gegen vier Russen ausgetauscht.

Von einer Liebesfalle spricht schliesslich auch Wikileaks-Gründer Julian Assange. Der Australier wird von Schweden gesucht, weil ihm zwei Frauen Vergewaltigung vorwerfen. Er ist überzeugt, dass die Frauen im Auftrag der USA handelten, die ihn des Geheimnisverrats beschuldigen.

(L'essentiel)

Deine Meinung