Protestmahnwache – «Sicherheitspersonal sind Vergessene der Krise»
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Protestmahnwache«Sicherheitspersonal sind Vergessene der Krise»

LUXEMBURG – Der OGBL wird am Freitag eine Protestmahnwache abhalten, um eine Prämie für das Sicherheitspersonal zu fordern.

Das Sicherheitspersonal in Luxemburg stand während der Epidemie oft an vorderster Front.

Das Sicherheitspersonal in Luxemburg stand während der Epidemie oft an vorderster Front.

Der OGBL wird am Freitag um 14.30 Uhr eine Protestmahnwache vor dem Hauptquartier der FEDIL Security Services abhalten, dem Verband, der Unternehmen des Sicherheitssektors zusammenfasst.«Maximal 20 Personen werden vor Ort sein, um die Regeln des Social Distancings strikt einzuhalten», so Michelle Cloos, Zentralsekretärin des OGBL. Es geht um einen «Bonus zur Förderung der Arbeit des Sicherheitspersonals», welches während der Epidemie an der Frontlinie gearbeitet habe und «von der Regierung als wesentlich definiert» wurde, so Cloos.

«Einige mussten zwölf Stunden pro Tag arbeiten. Sie wurden sogar gebeten, Fieber bei den Menschen zu messen! Aber als wir um einen staatlichen Bonus baten, wurde er den Sicherheitskräften verwehrt.» Damit gehören sie für den OGBL zu den «großen Vergessenen der Gesundheitskrise», während anderen Berufen Bonuszahlungen gewährt wurden.

Gehälter zwischen 2400 und 2700 Euro brutto

Der Sektor beschäftige fast 4000 Personen, die meisten davon bei den fünf größten Arbeitgebern der Branche in Luxemburg (Dussmann, G4S, Brinks, Securitas und Seris Security). «Mit Gehältern zwischen 2400 Euro brutto am Anfang und 2700 Euro am Ende gibt es kaum eine Karriereentwicklung», erklärt die Zentralsekretärin, die auch einen Mangel an Erstausbildung und Qualifikation anmerkt. «Deshalb fordern wir die Regierung auf, ein Berufseignungs-Diplom einzuführen».

«Als wir wieder an die Arbeit gehen mussten und es noch nicht überall Masken gab, gingen sie trotzdem. Diese Männer und Frauen befinden sich oft an Orten mit erhöhter Ansteckungsgefahr und sind manchmal gezwungen, länger zu bleiben, wenn die Hilfskräfte nicht vor Ort sind. Sie geben viel und bekommen dafür nicht viel zurück», sagt Michelle Cloos.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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