Doktor Sex – «Sie wollen Sex-Erfahrungen mit mir sammeln!»

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Doktor Sex«Sie wollen Sex-Erfahrungen mit mir sammeln!»

Ed (26) ist verunsichert, seit er gehört hat, dass zwei Freundinnen ihn für ein Experiment auserkoren haben. Was kann er tun, um dabei nicht zu scheitern?

Frage von Ed (26) an Doktor Sex

Ich bin seit acht Jahren mit zwei lesbischen Frauen befreundet. Wir gingen gemeinsam durch dick und dünn, haben zusammen Krisen bewältigt, viel gelacht, manchmal geweint und vor allem gelebt. Erst hatte ich auch Gefühle, wurde aber von beiden abgelehnt.

Nun habe ich erfahren, dass sie sexuelle Erfahrungen mit einem Mann sammeln möchten und dass sie in diesem Zusammenhang auch an mich dachten. Ich bin sexuell wenig erfahren und daher verunsichert mich diese Information ziemlich.

Ich möchte ihnen nämlich eine schöne Erfahrung bieten, weiß aber nicht, ob ich das kann. Mein Selbstvertrauen ist gering, ich bin extrem schüchtern und traue mich nicht, die Möglichkeit anzusprechen, da Sex zwischen uns zum Tabuthema erklärt wurde.

Was soll ich jetzt tun? Was, wenn ich die beiden darauf anspreche und sie es dann doch nicht wollen? Und was, wenn das Experiment zustande kommt und ich sie dabei enttäusche?

Antwort von Doktor Sex

Lieber Ed,

Die Information scheint dich wirklich durcheinandergebracht zu haben – so sehr, dass dir sogar die Fähigkeit abhandengekommen ist, klar zu denken. Ich möchte mich daher nur um die Frage kümmern, was du jetzt – also in der Situation, wie sie sich jetzt darstellt – tun kannst.

Tatsache ist, dass du bislang einzig weißt, dass deine beiden Freundinnen in Erwägung ziehen, sexuelle Erfahrungen mit einem Mann machen zu wollen. Und dass sie dabei auch an dich als möglichen Teilnehmer an diesem Experiment gedacht haben.

Konkret heißt das, ihr seid noch sehr weit von der Bettkante entfernt und es gibt daher keinen Anlass, dich derart in Fantasien und Fragen hineinzusteigern!

Weder stehst du in der Verantwortung, die Sache anzusprechen, noch macht es Sinn, dir zu überlegen, wie sich eine allfällige Begegnung gestalten könnte und was die Erwartungen der beiden Frauen sowie deine damit verbundene Aufgabe sein würden.

Lass los und entspann dich. Und falls es so weit kommen sollte, dass du angesprochen oder gar eingeladen wirst, bleibst du weiterhin einfach bei dem, was für dich passt. Und das bedeutet, dass du deine Unsicherheiten, Zweifel und Fragen im Gespräch ansprichst.

Es dürfte nie darum gehen, dass du dich und deine Bedürfnisse negierst, um so zum Dienstleister für deine beiden Freundinnen werden zu können. Das Ziel sollte immer sein, dass alle Beteiligten ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten entsprechend bei dem Experiment mitmachen dürften.

Und falls jemand an eine Grenze kommen sollte, würde stets gelten: Man darf jederzeit und ohne Angabe von Gründen aussteigen. Alles Gute!

(L'essentiel/Bruno Wermuth/Deborah Gonzalez)

Bruno Wermuth ist Sexualberater und -pädagoge. Als «Dr. Sex» beantwortet er Fragen der L'essentiel- und 20 Minuten-Leser zur schönsten Nebensache der Welt.

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