Saarländerin in Berlin – Simone Peter ist neue Grünen-Chefin

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Saarländerin in BerlinSimone Peter ist neue Grünen-Chefin

Die Grünen haben eine neue Doppelspitze. Erstmals zur Parteivorsitzenden gewählt wurde die Saarländerin Simone Peter. Amtsinhaber Cem Özdemir wurde bestätigt.

Die neu gewählten Parteivorsitzenden der Grünen, Simone Peter und Cem Özdemir.

Die neu gewählten Parteivorsitzenden der Grünen, Simone Peter und Cem Özdemir.

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Beide erhielten allerdings magere Zustimmungswerte: Peter 75,9 Prozent und Özdemir 71,4 Prozent der abgegebenen Stimmen. Vor einem Jahr hatte Özdemir noch 83,3 Prozent erhalten. Der Vorstand hatte nach der Wahlniederlage seinen vorzeitigen Rücktritt angekündigt.

Peter folgt als Vertreterin des linken Parteiflügels Claudia Roth nach. Sie war 2009 - 2012 Umweltministerin in der Saar-Koalition aus CDU, FDP und Grünen. Sie erwarb sich Ansehen im Land, war mitverantwortlich für einige Erfolge der Grünen, empfand das Bündnis von Grünen und Union aber auch als schwierig.

Özdemir ist der erfahrenste Politiker der Grünen-Führung. Der gelernte Erzieher machte während der rot-grünen Regierung 1998 bis 2002 als Innenexperte im Bundestag durch Eloquenz auf sich aufmerksam. Dann stolperte er über die Privatnutzung von Vielflieger-Rabatten. Nach einem Stipendium in den USA und der Hochzeit mit einer Argentinierin wurde er 2004 Europa-Abgeordneter und startete seine Karriere als Außenexperte ein zweites Mal.

Verlorenes Vertrauen zurückgewinnen

Als Nachfolger der Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke wählten die rund 800 Delegierten Roths früheren Büroleiter Michael Kellner (36) mit 88,5 Prozent.

Peter kündigte an, sie wolle das grüne Profil schärfen und verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. «Selbstbewusst, eigenständig und ohne Scheuklappen, so möchte ich mit euch unsere Partei führen.» Die Vision der Grünen sei der Green New Deal, «der Wirtschaft, Umwelt und Gerechtigkeit versöhnt».

Özdemir sprach sich gegen Flügelkämpfe aus: «Vielleicht sollten wir künftig auch dafür sorgen, dass der Mitgliedsausweis bei den Grünen entscheidend ist und nicht der Mitgliedsausweis bei einem Flügel.»

(L'essentiel Online/dpa)

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