Nuklearkatastrophe«Simpsons»-Folgen auf Atomwitze überprüft
Witze über Kernschmelze und Verstrahlung scheinen derzeit wenig angebracht. Sender überprüfen nun die «Simpsons»-Episoden. Produzent Al Jean kann das verstehen.

Nach dem Nuklearunglück in Japan überprüfen nun Fernsehsender in Deutschland, Österreich und die Schweiz «Simpsons»-Folgen. Schließlich arbeitet Homer Simpson in einem Atomkraftwerk. Zwei Episoden hat das ORF inzwischen gestrichen. Es geht um Folge 66 («Marge Gets a Job») und um Folge 364 («On a Clear Day I Can't See My Sister»). In der einen sterben die Gaststars Marie Curie and Pierre Curie an Verstrahlung, bei der anderen gibt es derbe Witze über eine Kernschmelze.
Al Jean, Produzent der Zeichentrickserie, äußerte gegenüber «Entertainment Weekly» Verständnis. «Wir haben 480 Folgen gemacht und wenn es da einige gibt, die sie angesichts der schrecklichen Dinge, die da vor sich gehen, für eine Weile nicht ausstrahlen wollen, kann ich das komplett verstehen. Wir würden niemals unseren Vorteil aus dem ziehen, was in Japan geschieht.»
Homer bekommt keinen neuen Job
In den noch auszustrahlenden, neuen Episoden spielt das Thema Kernschmelze keine Rolle. «Es gibt einige Arbeitsplatz-Folgen, aber die drehen sich bloß um Homer, der bei der Arbeit ist. Es geht nicht um Kernkraft.» Homer einen neuen Job zu verpassen, hält Al Jean jedoch für unnötig. «Er wird weiter dort arbeiten. Wir haben ein reiches Universum, in dem wir Millionen Dinge tun können, ohne das anzutasten.»
Auch im Jahr 2001 war eine Episode der «Simpsons» zensiert worden, erinnert der Amerikaner: «Homer Versus the City of New York» war nach den Anschlägen auf die Twin Towers zurückgezogen worden, weil das World Trade Center in der Folge eine wesentliche Rolle spielt.
phi/L'essentiel Online