Ohne Glamour – Smith und Kidman gewinnen Golden Globes

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Ohne GlamourSmith und Kidman gewinnen Golden Globes

In stark reduzierter Form sind die Golden Globes Filmpreise zum 79. Mal vergeben worden.

Der Verband der Auslandspresse in Hollywood (HFPA) hat seine Golden Globes Filmpreise im deutlich reduzierten Rahmen vergeben. Steven Spielbergs «West Side Story» räumte am Sonntag eine ganze Reihe von Trophäen ab, darunter als bestes Musical. Rachel Zegler wurde für ihre Rolle in dem Stück als beste Hauptdarstellerin geehrt, Ariana DeBose für die beste Nebenrolle. Der Netflix-Western «The Power of the Dog» gewann den Preis als bestes Filmdrama, zusammen mit weiteren Auszeichnungen für Jane Campions Regie und Kodi Smit-McPhees Nebenrolle.

Der Golden Globe für die beste Hauptdarstellerin ging an Nicole Kidman für ihre Rolle als Lucille Ball in dem Drama «Being The Ricardos», das während der McCarthy-Verfolgungen angeblicher Kommunisten in den USA spielt.

Die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller erhielt Will Smith für seine Rolle in «King Richard». Der 53-Jährige verkörpert in dem Film Richard Williams, den Vater der Tennisstars Serena und Venus Williams. Die Auszeichnung für den besten nicht-englischen Kinofilm ging an die japanische Produktion «Drive My Car».

Erste Trans-Person erhält Preis

Zu den Gewinnern im Bereich Fernsehen gehören Sarah Snook und Jeremy Strong für «Succession», das auch als bestes Fernsehdrama ausgezeichnet wurde, Jason Sudeikis für «Ted Lasso», Kate Winslet für «Mare of Easttown», O Yeong-su für «Squid Game» und Michael Keaton für «Dopesick». Jean Smart wurde für ihren Auftritt in «Hacks» ausgezeichnet, das auch den Preis der besten Fernsehkomödie gewann. Als erste Trans-Person erhielt Michaela Jaé Rodriguez den Angaben zufolge einen Golden Globe für ihre Rolle in «Pose».

Der HFPA ist im vergangenen Jahr in eine tiefe Krise geraten, nachdem die «Los Angeles Times» unter anderem enthüllt hatte, dass unter den 87 Mitgliedern kein einziger schwarzer Journalist war. Studios kündigten an, die Golden Globes zu boykottieren, und mehr als 100 PR-Firmen erklärten, dass ihre Kunden nicht teilnehmen würden, bis der HFPA tiefgreifende Änderungen durchsetze. Der langjährige Medienpartner NBC wollte die Verleihung nicht übertragen. Früher hatte er sich die Show um die 60 Millionen Dollar (rund 52,8 Millionen Dollar) kosten lassen und üblicherweise 18 Millionen Zuschauer gehabt.

Ohne Glamour

Der HFPA verzichtete bei der 79. Golden-Globes-Vergabe auf eine Fernsehübertragung, Nominierte, roten Teppich, Moderator und Presse. Es gab nicht einmal einen Livestream. Stattdessen versammelten sich Mitglieder der HFPA und einige Empfänger von Zuwendungen des Verbandes im «Beverly Hilton»-Hotel zu einer 90-minütigen Veranstaltung. Die Gewinnerinnen und Gewinner wurden in Sozialen Medien bekanntgegeben. Von den Ausgezeichneten war offenbar niemand anwesend. Zunächst äußerte sich auch keiner von ihnen zu seinem oder ihrem Erfolg.

Bei der Bekanntgabe der Preise auf Twitter blieb immer wieder offen, für welches konkrete Werk eine Preisträgerin oder ein Preisträger ausgezeichnet wurde. So beglückwünschte der HFPA zwar Andrew Garfield zum Golden Globe für den besten Darsteller in einem Musical oder einer Komödie, vergaß aber zu erwähnen, dass der 38-Jährige die Auszeichnung für seine Rolle in «Tick, Tick…Boom!» erhalten hat. Andere Tweets blieben rätselhaft. Der Erfolg von «West Side Story» wurde mit den Worten verkündet: «Wenn Lachen die beste Medizin ist, dann ist WestSideMovie die Heilung für das, was dich schmerzt.» Dabei steckt die Handlung des Musicals voller Tod und Tragödie.

(L'essentiel/DPA/chk)

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