Kundendaten im Netz – SNCB-Datenleck betrifft 3700 Luxemburger

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Kundendaten im NetzSNCB-Datenleck betrifft 3700 Luxemburger

LUXEMBURG – Die belgische Bahn hat ungewollt vertrauliche Daten von 1,5 Mio. Kunden veröffentlicht. Betroffen sind 3705 Luxemburger, darunter die Erbgroßherzogin.

Das Datenleck der belgischen Bahn betrifft insgesamt 1,5 Millionen Passagiere, darunter gut 3000 aus Luxemburg.

Das Datenleck der belgischen Bahn betrifft insgesamt 1,5 Millionen Passagiere, darunter gut 3000 aus Luxemburg.

DPA

Eine Sicherheitslücke bei der belgischen Bahn betrifft auch tausende Passagiere aus dem Großherzogtum. 3705 Namen von SNCB-Kunden aus Luxemburg sollen von der Datenpanne betroffen sein, darunter Mitglieder der großherzoglichen Familie wie Prinzessin Alexandra und Erbgroßherzogin Stéphanie. Auch Kundendaten von luxemburgischen Nato-Mitarbeitern, Beamten des Außenministeriums sowie der Sprecher von CFL und Infrastrukturministerium sind darunter.

Kurz vor Weihnachten war bekannt geworden, dass persönliche Daten von 1,5 Millionen Nutzern der belgischen Bahn im Internet frei zugänglich waren. Von dem Leak betroffen waren neben Belgiern auch Franzosen, Briten und eben Luxemburger. Die Datenliste war im Internet mehrere Wochen lang konsultierbar und enthält neben den Namen auch persönliche E-Mail-Adressen, den Wohnort der jeweiligen Kunden sowie Benutzernamen auf der SNCB-Internetseite. Passwörter waren allerdings nicht verzeichnet.

Internetnutzer sichern Listen

Die Kundendaten haben einen enormen Wert. Experten schätzten diesen in der belgischen Presse auf etwa vier Millionen Euro. Bevor die SNCB die betroffenen Listen offline stellen konnte, wurden diese von mehreren Dutzend Internetnutzern gesichert.

«Die Daten könnten nun zu Unrecht genutzt werden», meint ein Internetexperte, der selbst Zugriff hatte, gegenüber «L’essentiel Online». «So könnten Konkurrenten der SNCB die Personen gezielt kontaktieren. Es ist ebenfalls denkbar, dass Viren an die betroffenen E-Mail-Adressen versendet werden.»

Test-Formular im Netz

Das Daten-Leak betrifft nicht nur viele bekannte Namen aus Luxemburg. So waren auch Mitglieder der belgischen Königsfamilie betroffen, Premierminister Elio Di Rupo sowie der Minister für Staatsunternehmen, Paul Magnette, der für die SNCB zuständig ist. Über eine private Internetseite konnten die entsprechenden Personen noch bis Mittwoch durch die Eingabe ihres Namens testen, ob sie von der Datenpanne betroffen sind. Die Homepage wurde inzwischen vom Netz genommen. Die SNCB drohte eine Klage wegen «Aufbereitung persönlicher Daten ohne das Einverständnis der betroffenen Personen» an.

Die belgische Bahn selbst hat ebenfalls ein Formular online gestellt, über das sich jeder informieren kann, ob vertrauliche Angaben zu seiner Person öffentlich wurden.

(Jean-Michel Hennbert/L'essentiel Online)

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