Kartenumtausch – SNCT hat 30 000 Karten nicht umgetauscht

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KartenumtauschSNCT hat 30 000 Karten nicht umgetauscht

Da hat wohl irgendjemand in der halbstaatlichen SNCT, der für die technischen Fahrzeugkontrollen zuständigen Gesellschaft, gepennt.

Die „alten“ Karten sollten schrittweise bei den regelmäßigen Kontrollen umgetauscht werden, doch nach vier Jahren ist nichts passiert.

Die „alten“ Karten sollten schrittweise bei den regelmäßigen Kontrollen umgetauscht werden, doch nach vier Jahren ist nichts passiert.

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Meist sind es ja die Politiker, die mit ihren Gesetzesänderungen für Verwirrung sorgen, wenn von einem Tag zum anderen, ohne Vorwarnung und ohne anständige Information, plötzlich alles anders ist. In diesem Fall aber liegt der Fehler eindeutig nicht beim Gesetzgeber. Die neue, zweiteilige „Identitätskarte“ für Fahrzeuge wurde bereits 2006 in den „Code la route“ eingeschrieben.

Schrittweise zu ersetzen

Die „alten“ Karten sollten schrittweise bei den regelmäßigen Kontrollen in Sandweiler, Esch oder Wilwerwiltz ausgetauscht werden. Vier Jahre, das hätte eigentlich reichen müssen, um alle Karten auszutauschen, schließlich muss jedes in Luxemburg immatrikulierte Fahrzeug nach spätestens dreieinhalb Jahren ein erstes Mal zur technischen Kontrolle, danach in der Regel alle 12 Monate.

Hätte ... Wenn man denn rechtzeitig mit dem Austausch der Karten und dem Ausstellen neuer begonnen hätte. Noch bis Mitte 2010 wurden aber die alten Karten bei den Routinekontrollen nicht ersetzt. Rund 30.000 alte Karten wurden nicht ausgetauscht, hat man jetzt bei der SNCT mit einem gewissen Schrecken festgestellt. Und seit Mitte Dezember lebte man von der Hoffnung, dass diese Autofahrer auf der Homepage der Kontrollgesellschaft vorbeisurfen würden und dort die „wichtige Information“ lesen würden. Auf die Idee, die Autobesitzer, die man beim Umtausch vergessen hat, persönlich anzuschreiben und ihnen die neue Karte vielleicht sogar zuzuschicken, kam niemand.

Chaotische Zustände?

Ob zumindest jemand auf die Idee kam, die administrativen Dienste zu verstärken, wenn ab heute 30.000 Autobesitzer nach Sandweiler, Esch und Wilwerwiltz hetzen, um ihren alten, grauen Lappen gegen die neue EU-konforme Karte umzutauschen? Wohl eher wird man sich darauf einstellen müssen, an den Schaltern die gleichen chaotischen Verhältnisse anzutreffen wie man sie von den Fahrzeugkontrollen her kennt.

Doch warum eigentlich die neue, zweiteilige „Graue Karte“? Wer auf eine offizielle Erklärung wartet, ist am Ende genauso alt und grau wie die Karte, aber keinen Deut schlauer. Und er wird mit ziemlicher Sicherheit die doppelte Karte zu den Fahrzeugpapieren stecken, dorthin, wo er schon immer die graue Karte steckte.

Getrennt aufbewahren

Genau das aber sollte er nicht tun. Ins Fahrzeug gehört nur der graue Teil der Karte. Der gelbe Teil sollte abgetrennt und zu Hause aufbewahrt werden. An einem Ort, wo man ihn auch Jahre oder Jahrzehnte später noch wiederfindet.

Das System der doppelten Karte ist nämlich eine Art Diebstahlschutz. Wird das Auto geklaut, kann es allein mit der an Bord befindlichen grauen Karte nicht umgemeldet werden. Um- oder Abmeldungen sind nur möglich, wenn man beide Karten vorzeigen kann. Und das gilt so selbstverständlich auch für den tatsächlichen Besitzer.

Der Umtausch der grauen Immatrikulationskarten war bis zum 31. Dezember 2010 übrigens kostenlos. Ob das auch nach Ablauf der Frist noch so sein wird?

Kontrollen werden teurer

Die SNCT, die im Exklusivauftrag des Staats technische Fahrzeugkontrollen in Luxemburg durchführen darf, findet ihren Service selbst so toll, dass sie dafür künftig deutlich höhere Gebühren einkassieren möchte. Die Tarife werden um durchschnittlich 15 Prozent steigen.

Das entsprechende großherzogliche Reglement wurde bereits am 10. September vom Ministerrat abgesegnet und am 7. Dezember vom Staatsrat avisiert. Es sieht die Anwendung der neuen Tarife ab dem 1. Januar 2011 vor, wurde aber bislang noch nicht im Memorial veröffentlicht.

Tageblatt.lu

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