Schlecker-Pleite – So bunkert Opa Thiele sein Klopapier

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Schlecker-PleiteSo bunkert Opa Thiele sein Klopapier

Die Pleite der deutschen Ladenkette Schlecker schreibt Geschichte – und Geschichten. Zum Beispiel die von Opa Thiele, der Haufenweise Klopapier hamsterte.

Bis Mittwoch hatten die Schlecker-Drogeriefilialen geöffnet. Jetzt ist Schluss. Jetzt werden alleine in Deutschland 2800 Ladenlokale geschlossen und 13 000 Mitarbeiter arbeitslos. Seit längerem tobt der Insolvenzkrieg: Firmengründer Anton Schlecker musste sämtliche Besitztümer abgeben, vom Sportwagen bis zur Uhr.

Auch in den Filialen gings rund: Alle Waren wurden ohne Preisbindung für 20 Cent angeboten. Viel war es nicht mehr. Die Presseagentur AP besuchte einen Stuttgarter Laden und fand zwei Päckchen Babynahrung, einen Weihnachtsstern, Fliegenklatschen und unabgeholte Fotos. Den Rest haben sich Schnäppchenjäger schon Wochen zuvor unter den Nagel gerissen.

Zu viel Klopapier für ein Taxi

Zu diesen Schnäppchenjägern gehörte auch Opa Thiele. Der Rentner kaufte vor den laufenden Kameras des Stadtfernsehens Brandenburg den Haushalts- und Klopapiervorrat einer gesamten Filiale auf – und wurde so zum Internetstar. 500 000 Zuschauer bescherte das dem YouTube-Kanal des Stadtfernsehens. 500 000 Zuschauer sahen zu, wie Opa Thiele Sprüche klopfte und am Ende des Berichts nach Hause humpelte, weil er im Taxi voller Klopapier keinen Platz mehr fand.

Mit Schlecker geht es nicht mehr weiter – zum Glück aber mit Opa Thiele. Das Stadtfernsehen Brandenburg besuchte ihn eine Woche später zuhause, um zu sehen, wie der Rentner seine kostbare Ware stapelt. Und wie bereits der erste Bericht, ist auch die Homestory ein ebenso komisches wie intimes Porträt eines liebenswerten pensionierten Hamsterkäufers.

(L'essentiel Online/tog)

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