Schlammfußball-WM – «So dreckig will ich nie mehr sein»

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Schlammfußball-WM«So dreckig will ich nie mehr sein»

Knietief im Matsch kämpften am Wochenende im finnischen Hyrynsalmi über 1000 «Fußball»-Begeisterte um die WM-Krone im Schlammfußball. Ein Riesenspaß, oder etwa doch nicht?

Da können nicht einmal die Fußballfelder der Dorfclubs im Frühling oder Spätherbst mithalten: Bei der Schlammfußball-WM im finnischen Hyrynsalmi mussten die Kicker mit übelsten Platzverhältnissen zurecht kommen. Bis weit über die Knie versanken die Spieler bei dieser typisch finnischen Sportart teilweise im Matsch.

Schlammfußball erinnert stark an normalen Fußball - mit ein paar entscheidenden Unterschieden. Der Platz wird regelmäßig gewässert, damit er schön feucht und graubraun bleibt - und glitschig. Eine Partie dauert 2 mal 10 Minuten. Das Spielfeld ist etwas halb so groß wie beim normalen Fußball, gespielt wird 6 gegen 6, wobei immer zwei Frauen auf dem Spielfeld sein müssen. Die Regeln sind nicht ganz so strikt. Zwar gibt es Fouls, eine gute Portion englische Härte kann aber nicht schaden.

Gibt Waschmaschine den Gesit auf?

Die Technik sei nicht so wichtig, aber es braucht viel Energie, beschreibt ein Spieler die äußerst beliebte Sportart. Am vergangenen Wochenende traten in Hyrynsalmi 1200 Spieler in 117 Teams auf rund 30 Schlammfeldern gegeneinander an. Bis zu 30 000 Zuschauer wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen.

Im Vordergrund steht dabei natürlich der Spaß. Nach dem Turnier spielen Bands und die Schlamm-Fußballer messen sich nach der Anstrengung auch noch in anderen typisch finnischen Sportarten, wo der Alkohol in Strömen fließt. «Ich komme zurück», sagte ein Teilnehmer nach seinem letzten Einsatz. Nach kurzem Nachdenken relativiert er schließlich: «Vielleicht auch nicht, ich will nie mehr so dreckig sein. Die Waschmaschine meiner Mutter gibt wahrscheinlich den Geist auf.»

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