Pentatonix – So eine Nummer eins gab es in den Charts noch nie

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PentatonixSo eine Nummer eins gab es in den Charts noch nie

Als erste A-cappella-Band klettern die Pentatonix auf Platz eins der US-Billboard-Charts. Für den Erfolg gibt es gute Gründe.

Erst vor zehn Tagen ist ihr neues Album erschienen, das so heißt, wie die Formation aus Texas selbst: «Pentatonix». Innerhalb einer Woche wurden 100.000 Stück davon verkauft, was ihnen die Spitze der aussagekräftigen amerikanischen Billboard-Charts einbringt. Sogar Demi Lovatos im großen Stil beworbene Platte «Confident» wurde auf den zweiten Platz verwiesen.

Auch wenn sich die Erfolgsband erst vor drei Jahren einer breiten Öffentlichkeit ins Gehör gebrannt hat: A-cappella-Musik machen die Pentatonix schon ein wenig länger. Kirstin Maldonado, Mitch Grassi und Scott Hoying nahmen 2010 im texanischen Arlington an einem Gesangswettbewerb teil. Später wuchs die Gruppe mit Avriel Kaplan und Kevin James Olusola auf fünf Mitglieder an. Laufend stellte die Formation ihre Videos ins Netz.

24 Millionen Klicks für eine Cover-Version

Mittlerweile spielen die Pentatonix in ausverkauften Hallen, ihre Youtube-Clips erreichen eine gigantische Anzahl Klicks: Die Cover-Version von Clean Bandits «Rather Be» etwa wurde fast 24 Millionen Mal angeschaut, die «Radioactive»-Interpretation der Imagine Dragons kommt auf über 18 Millionen Aufrufe.

Der große Erfolg der jungen Combo mag auf den ersten Blick erstaunen: Die Mischung aus A-cappella und Mainstream scheint nicht eben der Wunschsound der kommerziell ausgerichteten Radios dieser Welt zu sein. Und dort muss eine Band ja präsent sein, will sie auch tatsächlich wahrgenommen werden. Doch Pentatonix schaffen auch das.

Beethoven, Sinatra und Gaga

Was macht die Band so beliebt? Ganz grundsätzlich strahlen Künstler, die komplett ohne Instrumente auskommen, eine besondere Faszination aus. Das gilt nicht zuletzt für das Beatboxing, das in den USA schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Unterhaltungsmusik Einzug hielt.

Zudem legen die Pentatonix eine große Professionalität an den Tag. Scheinbar mühelos wechseln sie Stimmlage, Geschwindigkeit – und sogar den Stil: Tabus gibt es keine. Beethoven ist in ihren stimmlichen Remixes genauso vertreten wie Justin Bieber, Lady Gaga wird unmittelbar nach Frank Sinatra intoniert. Jeder hört sein Lieblingslied, irgendwann.

Auch den letzten Makel beseitigt

Und dann sind da noch die epischen Live-Auftritte. Wer eine Show der Pentatonix besucht, wähnt sich an einem ganz «normalen» Konzert. So kraftvoll, so perfekt inszeniert wirkt die Performance – das Ergebnis harter Arbeit.

Das Einzige, das man der Truppe bis jetzt vorwerfen konnte, ist, dass sie bis dato vornehmlich erfolgreiche Ohrwürmer recycelt hat. Auf der soeben veröffentlichten Platte finden sich nun aber praktisch ausschließlich eigene Kompositionen. Dieser kleine Makel ist nun also beseitigt. Bleibt abzuwarten, ob ihr Erfolgsrezept auch außerhalb der USA greifen wird.

(L'essentiel/scy)

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