Coronavirus – So geht Europa gegen die Omikron-Variante vor

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CoronavirusSo geht Europa gegen die Omikron-Variante vor

Wie reagieren Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Spanien und die Niederlande auf die steigenden Corona-Fallzahlen? Eine Übersicht.

Diverse Staaten in Europa haben teils drastische Corona-Maßnahmen getroffen. Eine Übersicht.

Niederlande beschränken private Treffen auf zwei Gäste

Die Regierung in Den Haag hat einen Lockdown verhängt. Seit Sonntag müssen fast alle Geschäfte, Gaststätten, Kultur- und Sporteinrichtungen, Schulen und Coiffeur schließen. Ausgenommen sind nur Läden wie Supermärkte und Apotheken, die für die Versorgung wichtig sind.

Jeder Haushalt darf nun laut der Regel nur noch zwei Gäste empfangen. Nur über Weihnachten und zum Jahreswechsel sind bis zu vier Besucher erlaubt. Der Lockdown soll zunächst bis zum 14. Januar gelten. Eine Ausgangssperre soll es vorerst nicht geben.

Infektionen verdoppeln sich in Amsterdam alle zwei bis drei Tage

In Amsterdam verdoppelt sich die Zahl der Infektionen alle zwei bis drei Tage. Die Krankenhäuser stehen unter hohem Druck, so dass sie nach Befürchtung der Verantwortlichen einen weiteren Zustrom von Patienten und Patientinnen nicht auffangen könnten.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in den Niederlanden lag am Samstag bei 617. Zum Vergleich: Deutschland registrierte zuletzt knapp 322 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Dänemark schließt Kinos und Sportstätten

In Dänemark müssen Theater, Kinos, Zoos, Vergnügungsparks und Sportstätten wieder schließen. Restaurants dürfen zwar noch offen haben, aber nur noch bis 23 Uhr. Für Deutschland gilt Dänemark seit Mitternacht neu als Hochrisikogebiet. Diese Regeln gelten zunächst bis Mitte Januar.

Am Freitag erreichte die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Dänemark einen Rekordwert von rund 12 ‘000. In mehr als einem Fünftel der Fälle handle es sich um die Omikron-Variante.

In Großbritannien dominiert Omikron bereits

Die Omikron-Mutante ist in England schon dominierend: Sie mache nun 60 Prozent aller Fälle aus, sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid in einem Interview mit «Sky News». Allein am Samstag gab es im Vereinigten Königreich 10’059 neue Omikron-Fälle – dreimal so viele wie am Tag zuvor.

Deutschland hat Großbritannien zum Virusvariantengebiet erklärt. Dies bedeutet, dass Einreisende 14 Tage in Corona-Quarantäne müssen – auch dann, wenn sie geimpft oder genesen sind.

London ruft Katastrophenfall aus

Gleichzeitig spitzt sich in Großbritannien die Debatte um schärfere Corona-Maßnahmen zu. London hat schon den Katastrophenfall ausgerufen. Angedacht sei eine Art Wellenbrecher-Lockdown nach den Weihnachtstagen, berichten britische Medien.

Man sei «fast sicher, dass es aktuell Hunderttausende neue Omikron-Infektionen pro Tag» in England gebe, sagen wissenschaftliche Berater. Einige Modellierer warnten dem «Guardian» zufolge davor, dass ohne schärfere Maßnahmen bis Ende Jahr bis zu zwei Millionen Neuinfektionen täglich drohten.

Frankreich sagt Silvesterfeuerwerk und Konzerte ab

Die Regierung in Paris greift im Kampf gegen die fünfte Welle auf strengere Impfregeln zurück. Im Januar kann eine Auffrischungsimpfung nach bereits vier statt fünf Monaten erfolgen, wie bald auch in Luxemburg.

Gesundheitsminister Olivier Véran kündigte an, dass eine dritte Injektion für Pflegekräfte und Feuerwehrleute Pflicht werde. Schutzimpfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren sind bereits im Gang. Das zu Silvester geplante Feuerwerk und Konzert auf der Champs-Élysées werden hingegen nicht stattfinden.

Spanien beruft Krisensitzung ein

Spaniens Regierungschef Pedro Saánchez hat eine Krisensitzung einberufen. Bei der Videokonferenz mit den Präsidenten der autonomen Gemeinschaften solle es um Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gehen, sagte Sánchez bei einer am Sonntag landesweit ausgestrahlten TV-Ansprache.

Die Gefahr durch das Virus sei «real», warnte Sánchez – trotz der hohen Impfquote von 90 Prozent aller Bürger über zwölf Jahre. Die Infektionszahlen sind in der mittlerweile sechsten Corona-Welle seit Beginn der Pandemie rapide auf eine Sieben-Tage-Inzidenz von nun fast 320 gestiegen.

(L'essentiel/DPA/mur)

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