Luxemburg: So gestresst sind die französischen Grenzpendler von den ewigen Staus

Publiziert

LuxemburgSo gestresst sind die französischen Grenzpendler von den ewigen Staus

LUXEMBURG – Seit einiger Zeit haben sich die Staus auf den Arbeitswegen nach Luxemburg verstärkt und treiben Pendler mehr denn je zur Weißglut. Grenzgänger aus Frankreich berichten von ihrem täglichen Kampf auf der Autobahn.

von
Nicolas Martin
Die von Tom Tom Traffic gemessene Verkehrsüberlastung bestätigt zeitweise höhere Spitzenwerte bei Staus als in den Jahren 2021 und 2019.

Die von Tom Tom Traffic gemessene Verkehrsüberlastung bestätigt zeitweise höhere Spitzenwerte bei Staus als in den Jahren 2021 und 2019.

Editpress

Dass Pendler und Grenzgänger wegen der Verkehrssituation und den heftigen Staus auf ihrem Arbeitsweg nach Luxemburg mit dem Gedanken an die Kündigung spielen, ist kein Geheimnis. Doch wie einige Pendler aus Frankreich nun berichten, hat sich die Situation auf den Straßen seit Weihnachten sogar verschlimmert. «Es ist Stress pur! Ich habe immer Angst, zu spät zu kommen. Am Montag war ich nach einer Stunde und 45 Minuten auf der Arbeit. Gestern habe ich zwei Stunden für die Strecke gebraucht, die eigentlich in 40 bis 45 Minuten zu bewältigen sein sollte», erzählt Ghislein, der es seit 12 Jahren gewohnt ist, die 35 bis 40 Kilometer zwischen seinem Wohnort bei Longwy und seinem Arbeitsplatz am Kirchberg zu fahren.

Dort ist er stellvertretender Direktor eines Hotels. Seiner Meinung nach verschlechtert sich die Situation auf der Straße immer weiter. Er versucht, seinen Zeitplan anzupassen, um die Stoßzeiten zu vermeiden. «Im Stadtzentrum habe ich das Gefühl, dass sich der Verkehr im Vergleich zu früher entspannt hat, aber auf den Autobahnen ist es die Hölle. Und jeder nutzt Apps, um alternative Routen zu finden, also sind sogar die Nebenstrecken verstopft», so der Hoteldirektor.

Wie erlebst Du Deinen Weg zur Arbeit nach Luxemburg?

Ghislein berichtet auch von seinem Privatleben, das darunter leidet, dass er sich immer früher auf den Weg machen muss, um pünktlich zur Arbeit zu kommen. Ab sechs Uhr morgens sind die Straßen meist schon dicht. Die von Tom Tom Traffic gemessenen Staus bestätigen Spitzenwerte, die zeitweise deutlich über denen von 2021 und vor allem 2019 liegen. Gestern erst verursachten mehrere Unfälle auf der A3 und der A31 morgens und abends einen Stau von etwa zehn Kilometern Länge. Die A6 wiederum war gestern Morgen durch einen liegengebliebenen Lkw in Mamer lahmgelegt. «Alle sind gestresst, genervt und werden unvorsichtig. Es wird gefährlich», fügte Ghislain hinzu.

Es gebe zwar noch die Möglichkeit, mit dem Zug zu fahren, aber auf französischer Seite wird es in den nächsten Tagen kompliziert werden. Die SNCF hat aufgrund des Streiks gegen die Rentenreform für den morgigen Donnerstag einen Albtraumtag angekündigt. Auf der Strecke Luxemburg-Metz werden bereits am Mittwoch ab 17 Uhr Züge gestrichen. «Ich für meinen Teil werde den Telearbeitsjoker einsetzen», sagt Frédéric, der täglich die Strecke Maizières-lès-Metz /Luxemburg zurücklegt und den Zug um 6.15 Uhr nimmt. «34 Tage Telearbeit sind nicht genug, und sei es nur, um die SNCF-Streiks auszugleichen», so der Grenzgänger abschließend.

Deine Meinung

10 Kommentare