Lagebericht: Europas Ferienländer: Wo es noch brennt und was das Wetter macht

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LageberichtEuropas Ferienländer: Wo es noch brennt und was das Wetter macht

Für viele Europäer beginnt dieser Tage die Ferienzeit. Doch Waldbrände und extreme Hitze gerade in südeuropäischen Ferienregionen bereiteten vielen zuletzt Sorgen.

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Ein Mann fährt am 26. Juli 2022 in einem von einem Waldbrand verwüsteten Wald in der Nähe von La Teste-de-Buch in der Gironde im Südwesten Frankreichs mit dem Fahrrad an verbrannten Bäumen vorbei.

Ein Mann fährt am 26. Juli 2022 in einem von einem Waldbrand verwüsteten Wald in der Nähe von La Teste-de-Buch in der Gironde im Südwesten Frankreichs mit dem Fahrrad an verbrannten Bäumen vorbei.

AFP
Ein Löschflugzeug der Canadair wirft am 23. Juli 2022 im Küstenort Vatera im Osten der Insel Lesbos Wasser auf den Waldbrand, der Häuser und Hotels bedroht.

Ein Löschflugzeug der Canadair wirft am 23. Juli 2022 im Küstenort Vatera im Osten der Insel Lesbos Wasser auf den Waldbrand, der Häuser und Hotels bedroht.

AFP
Verbranntes Gebiet nach einem Waldbrand in Cebreros, in der Nähe von Avila, Spanien.

Verbranntes Gebiet nach einem Waldbrand in Cebreros, in der Nähe von Avila, Spanien.

AFP

Ab in die Ferien, heißt es derzeit für viele Menschen in Europa. Doch Nachrichten über brennende Wälder wegen Trockenheit oder Hitzewellen in beliebten Urlaubsländern beunruhigten viele zuletzt. Ein Überblick über die aktuelle Lage:

Frankreich: 30 Grad am Strand, trockene Wälder

Die Hitzewelle ist dort weitgehend vorbei, und in vielen Landesteilen werden in den kommenden Tagen Temperaturen um 25 Grad erwartet. An der Mittelmeerküste können sich Urlauberinnen und Urlauber auch über 30 Grad und leicht mehr freuen.

Vorsicht ist aber weiterhin in Wäldern geboten. In vielen Gegenden Frankreichs ist es noch immer trocken. Immer wieder brechen Waldbrände aus. Die großen Feuer südlich von Bordeaux sind aber unter Kontrolle und die beliebte Wanderdüne Dune du Pilat ganz in der Nähe von einem der Brände soll wieder zugänglich sein.

Im Juli brach bei der beliebten Wanderdüne Dune du Pilat ein Feuer aus.

Im Juli brach bei der beliebten Wanderdüne Dune du Pilat ein Feuer aus.

AFP

Griechenland: Festland und Inseln Brandrisiko und Temperaturen bis über 40 Grad

Dort herrschen Meteorologen zufolge noch mindestens bis Anfang August sehr hohe Temperaturen und Trockenheit. Örtlich kann das Thermometer auf über 40 Grad klettern. Das Waldbrandrisiko wird von der Feuerwehr aktuell in weiten Teilen des Landes als hoch bis sehr hoch eingeschätzt.

Betroffen sind auch Urlaubsinseln – so brannte es zuletzt auf Lesbos, Kreta und Samos. In der südlichen Ägäis sind es vor allem die für die Jahreszeit typischen Winde, die Brandherde weiter anfachen und vorantreiben. Die Behörden rufen dazu auf, jegliches Hantieren mit Feuer, Glut und Funken im Freien zu unterlassen. Besteht akute Gefahr und muss etwa eine Ortschaft evakuiert werden, erhalten die Menschen eine Warn-SMS - auch Touristen aus dem Ausland, sofern sie über ein Smartphone verfügen.

Bei der Akropolis in Athen stiegen die Temperaturen auf über 40 Grad.

Bei der Akropolis in Athen stiegen die Temperaturen auf über 40 Grad.

AFP

Spanien und Portugal: Waldbrände derzeit unter Kontrolle

Nach langen Hitzewellen und verheerenden Waldbrand-Serien erleben die beiden Urlaubsländer derzeit ruhigere Tage. In Spanien gab es am Dienstagabend nur noch wenige kleinere Feuer, in Portugal war der letzte größere Waldbrand in Silves im Süden des Landes bereits am Dienstagvormittag unter Kontrolle gebracht worden.

Für die kommenden Tage gab der spanische Wetterdienst Aemet nur für wenige Regionen die (niedrigste) Hitze-Warnstufe Gelb aus. Die Balearen mit der Urlaubsinsel Mallorca gehören zwar nicht dazu – kühl wird es dort deshalb aber keinesfalls werden: An der Playa de Palma sollen die Höchsttemperaturen zum Beispiel in den nächsten zehn Tagen zwischen 31 und 34 Grad schwanken. Unter 23 Grad soll die Quecksilbersäule auch nachts nicht fallen.

Ein ältere Frau versucht in Ourém, Portugal einen glühenden Baum zu löschen.

Ein ältere Frau versucht in Ourém, Portugal einen glühenden Baum zu löschen.

AFP

Italien: Heftige Wetterumschwünge erwartet

Unwetter im Norden und weiter Gluthitze im Süden – so sind die Aussichten auf dem Stiefel. Nachdem die Lombardei, das Piemont oder Venetien eine monatelange Rekorddürre mit vielen Waldbränden durchgemacht hatten, halten nun Regen, Hagel und Stürme die Feuerwehr in Atem. Schäden wurden am Dienstag unter anderem aus der nordöstlichen Provinz Pordenone, der Alpenprovinz Sondrio, der Provinz Cuneo im Piemont sowie aus Pavia in der Lombardei gemeldet.

Grund für die heftigen Unwetter ist laut Website il.meteo.it der Zustrom kälterer Luft, die sich mit der heißen Luft vor Ort mischt. Bis einschließlich Freitag bleibt es im Norden regnerisch. Afrikanische Hitze herrscht dagegen weiter im Süden mit Temperaturen bis 40 Grad in Apulien und auf Sizilien. In den Dolomiten warnten die Behörden vor neuen Gefahren an der Marmolata, wo bei einem Gletscherabbruch am 3. Juli elf Menschen ums Leben gekommen waren. Die Sperrzone am höchsten Berg der Dolomiten wurde ausgeweitet.

Italien kämpft mit einer heftige Dürre. Im Bild der Fluss Sangone in Beinasco.

Italien kämpft mit einer heftige Dürre. Im Bild der Fluss Sangone in Beinasco.

REUTERS

Kroatien: Kaum noch Brände

Im beliebten Urlaubsland an der Adria ist es heiß und sehr trocken. An der Küste werden Temperaturen um die 30 bis 33 Grad gemessen, den Prognosen zufolge soll es in den nächsten Tagen dabei bleiben. Derzeit sorgen keine größeren Waldbrände für Schlagzeilen. Wegen der anhaltenden Trockenheit besteht aber fast überall und immer Brandgefahr. Kleinere, lokale Brände bringen die Einsatzkräfte in der Regel rasch unter Kontrolle. Das Meer ist derzeit ungewöhnlich warm. Im nördlichen Abschnitt der Adria machten sich vermehrt Quallen bemerkbar.

Heiss und sehr trocken: Trotzdem sind die Waldbrände – wie hier in Kostanjevica na Krasu – unter Kontrolle.

Heiß und sehr trocken: Trotzdem sind die Waldbrände – wie hier in Kostanjevica na Krasu – unter Kontrolle.

Jure Makovec / AFP

Slowenien: Historischer Brand in beliebten Wandergebiet unter Kontrolle

Mit seiner nur 46 Kilometer langen Adriaküste ist das Land am Alpensüdrand nicht nur eine Destination für Badegäste, sondern auch für Naturfreunde und Wanderer. Eines ihrer Zielgebiete, der slowenische Karst, war bis zum letzten Sonntag Schauplatz des wahrscheinlich schwersten Großbrandes in der Geschichte des Landes. Derzeit gehen die Einsatzkräfte noch gegen kleinere Restbrände vor. Grundsätzlich bereitet ihnen aber die anhaltende Trockenheit Sorge.

Der Karst in Slowenien wurde vom wahrscheinlich schwersten Grossbrand in der Geschichte des Landes heimgesucht.

Der Karst in Slowenien wurde vom wahrscheinlich schwersten Großbrand in der Geschichte des Landes heimgesucht.

AFP

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(DPA/pco)

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