Sturm auf Wall Street – So knüppeln New Yorker Cops die Proteste nieder

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Sturm auf Wall StreetSo knüppeln New Yorker Cops die Proteste nieder

Facebook-Fotos und YouTube-Videos zeigen, dass einige New Yorker Polizisten mit äusserster Härte gegen die Wall-Street-Demonstranten vorgehen. Auch Frauen und Kinder bekommen das zu spüren.

Die USA,ein weites Land mit vielen Millionen Einwohnern, ist ob der aktuellen sozialen und wirtschaftlichen Probleme tief gespalten. Der Graben zeigt sich auch in den Kämpfen, die derzeit in New York ausgetragen werden, wenn Wall-Street-Protestler und Polizisten aufeinandertreffen. Und dass einige der Ordnungshüter schon heiss auf Hiebe sind, bevor sie überhaupt einen Protestler zu Gesicht bekommen haben, zeigt diese zufällig aufgezeichnete Konversation zweier sich unbeobachtet fühlenden Polizisten.

«Mein kleiner Schlagstok wird heute Abend ein Workout haben», so der dicke Polizist.

Wie es dann aussieht, wenn diese Knüppel zum Einsatz kommen, zeigt dieser Clip, der bereits am 24. September online gestellt wurde. Der Nutzer, der es aufgeladen hat, betont: «Im Allgemeinen unterstütze ich die Polizei […]. Aber egal ob diese Cops einfach verängstigt waren, irrational gedacht haben oder ihre eigene ziellose Wut rausgelassen haben, es gibt keine Entschuldigung für diesen gewalttätigen Missbrauch ihrer Autorität.»

«Schande», rufen die Demonstranten, als die Cops drauflosknüppeln.

Hier wird deutlich, wie sinnlos der Pfeffersprayeinsatz (gegen junge Frauen) war, der den Schlägen folgte.

Einem Demonstrant wird hart ins Gesicht geschlagen. Die Menge ruft: «Die ganze Welt schaut zu.»

Polizisten verhaften auf der Brooklyn Bridge eine Mutter und ihre Tochter. Beide werden gefesselt abgeführt.

Gnadenlos: Cops lassen Fäuste gegen Demonstranten fliegen, die sich offenbar keines Vergehens schuldig gemacht haben.

Wer nun glaubt, dass die Polizisten provoziert worden sein, muss sich eines Besseren belehren lassen. MSNBC-Talkmaster Lawrence O’Donnell fasste das unmögliche Benehmen der Beamten treffend zusammen – und verdeutlichte, dass die Cops nicht nur friedlichen Frauen ins Visier nahmen, sondern insbesondere auch jene Demonstranten, die ihr Fehlverhalten mit Kameras aufzeichneten.

Medienkrieg

Aber auch in den Medien ist ein Kampf um die Deutungshoheit im vollen Gange. US-Talkmaster Jon Stewart hat in der «The Daily Show» auf unterhaltsame Weise verdeutlicht, mit welchem Kriegsjargon die Kontrahenten verbal aufeinander eindreschen.

The Daily Show With Jon StewartMon - Thurs 11p / 10cParks and Demonstrationwww.thedailyshow.comDaily Show Full EpisodesPolitical Humor & Satire BlogThe Daily Show on Facebook

Die formidable «Daily Show» mit dem bissigen Jon Stewart. Ab 2:27 Minuten zeigt er Ausschnitte mit Einschätzungen rechter Kommentatoren zum Protest: «Ich sah einen Typen mit einer Gitarre. Es ist ziemlich Hippie» und «Das sind einige der am wenigsten informierten Leute» sind bloss Spitzen des Eisbergs. Denn auch der Vergleich jener Bürger mit den Nazis ist nicht tabu.

L'essentiel Online /

(phi/leu)

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