Strassen – So kommen die Flüchtlinge in Luxemburg unter

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StrassenSo kommen die Flüchtlinge in Luxemburg unter

STRASSEN – 300 Flüchtlinge sollen im ehemaligen Logopädie-Zentrum in Strassen ein Dach über dem Kopf finden. Wir zeigen, wie die Menschen wohnen werden.

20150922. PHOTOS DE L'ANCIEN CENTRE DE LOGOPEDIE DERRIERE LE CHL DESTINE A ACCUEILLIR LES REFUGIES, LES DEMANDEURS DE PROTECTION INTERNATIONALE.
PHOTO: Herve Montaigu

20150922. PHOTOS DE L'ANCIEN CENTRE DE LOGOPEDIE DERRIERE LE CHL DESTINE A ACCUEILLIR LES REFUGIES, LES DEMANDEURS DE PROTECTION INTERNATIONALE.
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Editpress/Hmontaigu

Ganz klar: Luxus ist anders. Klappbetten, alte Schränke, kahle Wände. Die Zimmer, die die Regierung im alten Strassener Logopädie-Zentrum hat herrichten lassen, sind nur notdürftig eingerichtet. 300 Flüchtlinge sollen hier eine provisorische Obdach finden. Die Menschen schlafen zu mehreren Personen in den alten Klassenräumen, die oft mit einem Holzverschlag geteilt werden, um mehr Schlafplätze zu schaffen.

Die Aufenthaltsräume im Erdgeschoss glänzen im 70er-Jahre-Flair, der Außenbereich ist mit Sichtschutz-Zäunen abgeriegelt. Und: In der alten Schule gibt es auch wieder eine Schule. Hastig hat die Regierung die Einrichtung in Strassen aktiviert, die Luxemburger Armee hat Feldbetten, Schränke und andere Einrichtungsgegenstände gespendet.

Aufnahmeeinrichtungen sind ausgelastet

Die bislang zur Verfügung stehenden Räume für die Erstaufnahme von Flüchtlingen in Luxemburg sind nahezu erschöpft. Zu den Flüchtlingen, die jeden Tag die Grenze zum Großherzogtum überschreiten, kommen bald noch diejenigen, die das Land nach dem neuen EU-Verteilungsschlüssel aufnehmen muss.

Um entgegenzuwirken, greift nun der Notfallplan des Hochkommissariats zum nationalen Schutz. Dieser umfasst zwei Phasen: Zunächst werden bereits bestehende Gebäude zu provisorischen Notunterkünften umfunktioniert, dann werden Container-Dörfer gebaut.

Das ehemalige Logopädie-Zentrum in Strassen soll ab dem morgigen Mittwoch und bis Mitte 2016 Platz für 300 Flüchtlinge bieten. Dort sollen vor allem Familien und Minderjährige unterkommen. Solche sollen auch in der früheren CHNP-Kaserne Ettelbrück Unterschlupf finden. Diese Erstaufnahmestelle mit 220 Betten soll ab Ende Oktober bezugsfertig sein. In der alten CHL-Maternité in der Route d'Arlon in Luxemburg-Stadt sollen ab kommender Woche hingegen 130 Flüchtlinge untergebracht werden, die alt oder krank sind.

(L'essentiel)

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