Wichtige Einstellung – So regeln Google-Nutzer ihr eigenes Ableben
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Wichtige EinstellungSo regeln Google-Nutzer ihr eigenes Ableben

Google bietet neuerdings die Möglichkeit, ein digitales Testament für Gmail & Co. einzurichten. Damit ist der Internet-Gigant der Konkurrenz einen Schritt voraus.

Internet-Nutzer sollten ihre digitalen Angelegenheiten so regeln, dass im Todesfall keine Daten verlorengehen. (Bild: Colourbox)

Internet-Nutzer sollten ihre digitalen Angelegenheiten so regeln, dass im Todesfall keine Daten verlorengehen. (Bild: Colourbox)

Der Tod ist uns gewiss, doch die digitalen Daten sind quasi unsterblich und bleiben auf den Servern der Internet-Unternehmen gespeichert. Vom Webmail über Cloud-Speicherdienste wie Dropbox bis zu den Profilen bei sozialen Netzwerken: Oft haben Familienmitglieder Probleme, sich Zugang zu den persönlichen Daten des Verstorbenen zu verschaffen, weil sie durch Passwörter geschützt sind.

Google schafft jetzt eine Art digitales Testament. Hunderte Millionen Nutzer erhalten die Möglichkeit, ihren Nachlass beim Internet-Konzern zu regeln. Das Unternehmen hat neue Einstellungen für den Fall vorgestellt, dass in einem Google-Konto jede Aktivität aufhört. Das Online-Tool heißt denn auch «Kontoinaktivität-Manager», vorgängig muss man sich im eigenen Google-Konto anmelden.

Automatisch löschen

Eine Möglichkeit ist, die Daten nach einem festgelegten Zeitraum von drei, sechs, neun oder zwölf Monaten automatisch löschen zu lassen, erläuterte das Unternehmen in einem Blogeintrag vom späten Donnerstag. Oder das System übermittelt stattdessen die Login-Daten für Google-Dienste an bestimmte Personen. Google will dem Kontoinhaber eine SMS schicken, bevor es im Fall längerer Inaktivität etwas unternimmt.

Zur Palette von Google-Diensten, für die der Service verfügbar ist, gehören unter anderem der Webmail-Dienst Gmail, der Cloud-Speicherdienst Google Drive, der Foto-Service Picasa und das Online-Netzwerk Google+.

Wertvolle Daten sichern

Unterschiedliche Online-Dienste haben verschiedene Regelungen für den Umgang mit Todesfällen. Facebook bietet zum Beispiel die Möglichkeit, eine Profil-Seite als virtuelle Gedenkstätte weiterzubetreiben (siehe Infokasten). Daneben stellt sich für die Angehörigen die Frage, wie Fotos und andere wertvolle Daten erhalten werden.

Internet-Nutzer können selbst vorsorgen, indem sie alle wichtigen Passwörter an einem zentralen Ort sichern. Eine einfache Lösung bieten Online-Passwort-Manager, mit denen sich alle Daten auf einem Server speichern lassen. Dann muss die Person des Vertrauens nur das Hauptpasswort kennen, um im Todesfall darauf zugreifen zu können.

Juristen raten ausserdem dazu, den digitalen Nachlass in einem Testament zu regeln. Darin sollte eine Person benannt werden, die als Bevollmächtigte über die Online-Daten verfügen kann. Eine solche Regelung ist auch hilfreich, wenn sich Angehörige und Erben nicht einigen können.

(L'essentiel Online/dsc/sda)

Sterben bei Facebook und Co.

Wie verhalten sich populäre Internet-Dienste, wenn ein Nutzer stirbt? Bei Facebook kann das Profil eines Verstorbenen in den Gedenkzustand versetzt werden. Die Seite ist dann nur noch für Freunde einsehbar. Der Antrag auf Herstellung des Gedenkzustands wird auf der Facebook-Hilfeseite gestellt. Das Profil kann aber auch komplett gelöscht werden.

Auch bei Twitter ist das Löschen eines Profils einfach, wenn man die Login-Daten kennt (Einstellungen > Account deaktivieren). Ansonsten müssen die Angehörigen den Nachweis erbringen, dass die Person verstorben ist. Daraufhin kann angegeben werden, ob der Account gelöscht oder archiviert werden soll.

Beim Berufsnetzwerk Xing werden Profile von Verstorbenen auf berechtigten Antrag hin umgehend deaktiviert - und nach drei Monaten endgültig gelöscht. Auch bei LinkedIn müssen die Angehörigen über ein Online-Formular Kontakt aufnehmen mit dem Unternehmen und die Löschung beantragen.

(dsc)

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