Studieren in Luxemburg – So viel Gehalt dürfen Praktikanten erwarten

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Studieren in LuxemburgSo viel Gehalt dürfen Praktikanten erwarten

LUXEMBURG – Arbeitsminister Nicolas Schmit hat am Montag einen Gesetzentwurf vorgestellt, der mehr Rechtssicherheit bei studienbegleitenden Praktika schaffen soll.

Nicolas Schmit will ein Gesetz, das Praktika regelt und Missbrauch unterbindet. (Foto: Editpress/Jean-Claude Ernst)

Nicolas Schmit will ein Gesetz, das Praktika regelt und Missbrauch unterbindet. (Foto: Editpress/Jean-Claude Ernst)

Für Studenten, die im Rahmen von Praktika Berufserfahrung sammeln wollen, gelten in Luxemburg bald neue Regeln. Ein entsprechendes Gesetz soll noch vor dem Sommer in der Chamber verabschiedet werden. Die rechtlichen Unsicherheiten sollen damit beseitigt werden.

«Praktika werden für junge Menschen in Ausbildung immer wichtiger», sagt Arbeitsminister Nicolas Schmit. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass studienbegleitende und freiwillige Praktika getrennt behandelt werden. Erstere sind Teil des Lehrplans an der Universität. Unternehmen müssen diesen Praktikanten also kein Gehalt zahlen, es sei denn, die Hochschule schreibt dies vor. Die Association des cercles d'étudiants luxembourgeois (ACEL) begrüßt die Regelung: Die Bezahlung dürfe kein Hindernis bei der Suche nach Praktikumsplätzen darstellen.

Drittel des Mindestlohns

Bei den freiwilligen Praktika hingegen sieht das neue Gesetz eine präzise Gehaltsregelung vor. Dabei handelt es sich um Aufenthalte in Betrieben, die zum Beispiel in den Ferien absolviert werden. Dauert das Praktikum weniger als ein Monat, ist das Unternehmen nicht verpflichtet, dem Praktikanten Geld zu überweisen. Wenn der Beschäftigungszeitraum hingegen zwischen zwei und drei Monaten beträgt, müssen die Arbeitgeber mindestens ein Drittel des Mindestlohns zahlen (derzeit wären dies 666,2 Euro, Anm.), bei drei bis sechs Monaten ist es die Hälfte (999,3 Euro).

Ein Praktikant darf übrigens nicht länger als sechs Monate bei einem Arbeitgeber engagiert sein und innerhalb eines Bezugszeitraums von 24 Monaten nur zwölf Monate als Praktikant beschäftigt werden. Anspruchsberechtigt sind Studierende und Uni-Absolventen, deren Abschluss nicht länger als ein Jahr zurückliegt.

«Es werden Kontrollen durchgeführt, ob Praktikanten nicht versteckt als normale Arbeitskräfte beschäftigt werden. Gleichzeitig darf die Höhe der Vergütung nicht zu hoch sein, um nicht Gefahr zu laufen, dass Unternehmen keine Praktikanten mehr einstellen», sagt Nicolas Schmit. Darüber hinaus finden sich weitere Beschränkungen im Gesetz wieder. So dürfen Praktikanten höchstens zehn Prozent der Belegschaft eines Unternehmens ausmachen. Die Praktikanten profitieren zudem von den Bestimmungen im Code du Travail über Arbeitszeiten, Ruhezeiten, Urlaub und Feiertage.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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