Monarchie – So viel Geld braucht der Luxemburger Hofstaat
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MonarchieSo viel Geld braucht der Luxemburger Hofstaat

LUXEMBURG - 0,07 Prozent seines Budgets überweist der Staat dieses Jahr an den großherzoglichen Hof. Der Großteil ist für Dienstbezüge vorgesehen.

Der Staat kommt auch für Repräsentationskosten der großherzoglichen Familie auf.

Der Staat kommt auch für Repräsentationskosten der großherzoglichen Familie auf.

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Wie viel Geld lässt sich der Luxemburger Staat eigentlich die Monarchie kosten? Diese Frage stellen sich die Abgeordneten von Déi Lénk, David Wagner und Gilles Baum, in einer parlamentarischen Anfrage an Premierminister Xavier Bettel (DP). Auslöser waren die jüngsten Personalentscheidungen am großherzoglichen Hof, die nicht nur in Regierungskreisen Verwunderung ausgelöst hatten.

Bettel erklärt in seiner Antwort, dass bei der Finanzierung des großherzoglichen Hauses scharf «zwischen privaten Aktivitäten und offiziellen Aufgaben» getrennt werde: «Der Staat beteiligt sich ausschließlich an der Finanzierung der offiziellen Aufgaben.» 2016 erhält der Hof 615.280 Euro, um seine laufenden Ausgaben zu decken, so der Premier.

Fünf Gärtner und drei Köche

Hinzu kommen die Bezüge der Angestellten, die im Dienst der Monarchie stehen. 103 Mitarbeiter umfasst der Personalbestand am Hof – das sind acht Millionen Euro jährlich. 80 Bedienstete sind direkt am Hof beschäftigt, darunter 24 «Agents de Charge», 14 Sekretäre, zehn Diener, sieben Chauffeure, fünf Gärtner und drei Köche. 23 Personen arbeiten indirekt für den Großherzog, etwa zugeteilte Polizisten und Soldaten.

Der Staat kommt auch für Repräsentationskosten von Großherzog Henri, Großherzog Jean und Erbgroßherzog Guillaume auf – diese Ausgaben belaufen sich auf 1,1 Millionen Euro. Weitere 1,1 Millionen Euro sind dafür vorgesehen, dass das Staatsoberhaupt seine Funktionen in aller Unabhängigkeit ausüben kann. Insgesamt bekommt das großherzogliche Haus in diesem Jahr 10 Millionen Euro vom Staat – das sind 0,07 Prozent der Gesamtausgaben des Landes.

(jd/L'essentiel)

Und die Steuern?

Laut dem Gesetz von 24. Mai 1922 unterliegen der Landesfürst und seine Familie der direkten Besteuerung. Allerdings gibt es Ausnahmen. Die großherzogliche Familie zahlt zum Beispiel keine Steuern für seine Zivilliste, Einnahmen aus seinem Immobilienbesitz oder auf Repräsentationskosten.

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