Wohnen in Luxemburg – So will die Regierung das Wohnungsproblem lösen
Publiziert

Wohnen in LuxemburgSo will die Regierung das Wohnungsproblem lösen

LUXEMBURG – Das Großherzogtum hat noch viel vor sich, um die Probleme auf dem Wohnungsmarkt und die Immobilienpreise in den Griff zu bekommen.

Das Observatoire de l'habitat schätzt, dass noch 2846 Hektar Land für zusätzliche Wohngebiete im Großherzogtum nutzbar wären.

Das Observatoire de l'habitat schätzt, dass noch 2846 Hektar Land für zusätzliche Wohngebiete im Großherzogtum nutzbar wären.

Editpress/Didier Sylvestre

Zwischen 2010 und 2016 wurden 3200 neue Wohnungen pro Jahr auf den Markt gebracht. Laut dem Ministerium für Wohnungsbau, das am Donnerstag die Ergebnisse von vier Studien über die luxemburgischen Landreserven vorgelegt hat, reicht das aus, um 30.000 Menschen unterzubringen. Das sagt viel darüber aus, wie weit Luxemburg noch gehen muss, um das Problem mit den Immobilienpreisen zu lösen.

Dabei existiert das Land. Das Observatoire de l'habitat schätzt, dass 2846 Hektar Land für Wohn- oder Mischgebiete zur Verfügung stehen. «Das würde den Bau von 50.000 bis 80.000 Wohneinheiten ermöglichen», so Julien Licheron, der Koordinator der Wohnbeobachtungsstelle. «Daher ist es nicht vorrangig, die PAGs auf zusätzliches Land auszudehnen, sondern die aktuelle Reserve zu mobilisieren», sagte Sam Tanson, die Ministerin für Wohnungsbau.

Einrichtung einer Landreserve

Sam Tanson hat die Nutzung von langfristigen Leasingverträgen als einen Weg vorangetrieben, der in den kommenden Jahren entwickelt werden soll. «Zu diesem Zweck wird die größte Herausforderung für die Behörden darin bestehen, eine Landreserve aufzubauen», betonte sie. Diese Grundstücke befinden sich heute in den Händen eines kleinen Teils der Eigentümer. «89,1 Prozent der verfügbaren Fläche sind im Besitz von Einzelpersonen, Unternehmen oder Miteigentümern», so Julien Licheron.

Im Jahr 2016 hielten 15.907 Personen 72,5 Prozent der verfügbaren Fläche und 746 Privatunternehmen 14,9 Prozent. Die restlichen 11 Prozent liegen in den Händen des Staates und der Gemeinden. Die Ministerin für Wohnungsbau kündigte auch an, dass die Regierung «ein neues Grundsteuermodell zur Förderung der Landabgabe» umsetzen werde.

200 äußerst wohlhabende Eigentümer

117 Personen und 59 Unternehmen halten in Luxemburg Bauland im Wert von mehr als 10 Millionen Euro. 11.179 private Eigentümer besitzen nur 10 Morgen oder weniger. Was die Frage betrifft, welche Arten von Unternehmen Eigentümer sind oder wer diese privaten Grundbesitzer sind, so stellt die Beobachtungsstelle für Wohnungswesen fest, dass diese Daten vom Kataster anonym übermittelt wurden. Daher ist es schwierig zu wissen, ob es sich um Familiennachlässe oder spekulative Investmentfonds handelt.

Ein Ar kostet in Luxemburg durchschnittlich 65.521 Euro. Die günstigsten Grundstücke liegen zwischen 25.000 und 30.000 Euro pro Ar und befinden sich hauptsächlich im Norden. Die teuersten, fast 200.000 Euro pro Ar, befinden sich auf dem Gebiet der Hauptstadt.

(Patrick Théry/L'essentiel)

Deine Meinung