Panama Papers – Société Générale mischt über Luxemburg mit

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Panama PapersSociété Générale mischt über Luxemburg mit

LUXEMBURG/PARIS – Der Steuerskandal der Panama Papers weitet sich aus: Die Société Générale hat zwei Drittel ihrer knapp 1000 Scheinfirmen über Luxemburg gegründet.

Die SG Bank and Trust Luxemburg soll die Scheinfirmen in Panama für bereits 660 Dollar angeboten haben.

Die SG Bank and Trust Luxemburg soll die Scheinfirmen in Panama für bereits 660 Dollar angeboten haben.

DR

Die französische Bank Société Générale ist eine der fünf Banken, welche die meisten Scheinfirmen über die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in Panama gegründet hat. Und von seinen 979 Scheinfirmen hat Frankreichs Bankriese genau 467 über die luxemburgische Tochter SG Bank and Trust Luxembourg gegründet. Das hat die französische Tageszeitung Le Monde am Dienstag nach einer Datenanalyse der Panama Papers berichtet.

Mit 979 Scheinfirmen folgt die Société Générale hinter der britischen HSBC (2300 Unternehmen), der Schweizer UBS Bank (1100) und Credit Suisse (1105), berichtet die Zeitung. «Zwei Drittel dieser Offshore-Firmen wurden von der SG Bank and Trust Luxemburg gegründet und in Steuerparadiesen auf den Seychellen und den British Virgin Islands angesiedelt», heißt es in Le Monde weiter. Von diesen 467 Scheinfirmen der luxemburgischen SG-Tochter sind noch 36 aktiv. Die SG Bank and Trust Luxemburg hat den Unterlagen nach die Gründung der Scheinfirmen in Panama für bereits 660 Dollar angeboten. Dies geht aus einem E-Mail-Verkehr zwischen der Bank und der Kanzlei Mossack Fonseca vom 19. März 2010 hervor.

Seit 2012 weniger Scheinfirmen

Andere betroffene Tochtergesellschaften der Société Générale befinden sich in der Schweiz und auf den Bahamas. Le Monde weist in dem Bericht allerdings daraufhin, dass sich die Schaffung von Offshore-Firmen seit 2012 deutlich verlangsamt hat, einige wurden auch aufgelöst. «Etwa hundert von der Société Générale bei Mossack Fonseca gegründete Firmen sind aktiv geblieben.» Andere haben den Inhaber gewechselt und setzen ihre Aktivitäten fort.

Dem Bericht in Le Monde war am Montag eine Erklärung der Société Générale vorausgegangen, wonach man seit 2012, direkt oder indirekt, keine Aktivitäten in nicht-kooperativen Staaten unterhält. «Die Strukturen, welche in den Medien diskutiert werden, werden nicht von der Société Générale, sondern von den Kunden unterhalten», hatte die französische Bank außerdem mitgeteilt.

(L'essentiel/afp)

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