Russischer Auftragskiller – Software hat Identität von Mörder geklärt

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Russischer AuftragskillerSoftware hat Identität von Mörder geklärt

Der Mord an einem ehemaligen Tschetschenien-Kämpfer in Berlin stellt die Ermittler seit Monaten vor ein Rätsel. Die Identität des mutmaßlichen Täters scheint nun geklärt.

Am 23. August war der 40-jährige Georgier Zelimkhan Khangoshvili in Berlin erschossen worden. Kurz darauf wurde ein Verdächtiger verhaftet. Der Mann, dessen Identität lange nicht klar war, sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Laut Recherchen des Spiegels sowie des internationalen Recherchenetzwerks Bellingcat handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um den 54-jährigen russischen Staatsbürger Vadim Krasikov. Er soll ein international gesuchter Mörder sein und im Auftrag des Kreml gehandelt haben. Krasikov, der Ende August mit Ausweispapieren in die EU eingereist war und sich als Vadim Sokolov (49) ausgewiesen hatte, schweigt zu den Vorwürfen.

Übereinstimmung von über 80 Prozent

Mit Hilfe einer Gesichtserkennungssoftware wurden aber Fotos von Krasikov mit einem Bild des Mannes verglichen, der unter dem Namen Sokolov in Berlin in Untersuchungshaft sitzt. Das Ergebnis zeigte eine Übereinstimmung von über 80 Prozent.

Medienberichten zufolge verdächtigt die Generalbundesanwaltschaft Deutschlands staatliche Stellen Russlands als Auftraggeber der Hinrichtung des 40-jährigen Khangoschwili. Die Bundesanwaltschaft will einem Insider zufolge Ermittlungen übernehmen: «Wir haben Beweise, dass ein ausländischer Geheimdienst dahinter steckt, deshalb will die Bundesanwaltschaft die weiteren Ermittlungen in dieser Woche übernehmen», heißt es aus Justizkreisen. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft wollte sich nicht dazu äußern.

Der Getötete war im Tschetschenien-Krieg auf Seiten anti-russischer Separatisten aktiv. Er ging, wie auch viele andere der Kämpfer, ins Exil und lebte seit 2016 in Deutschland.

(L'essentiel/mon)

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