In Luxemburg: Sollte man Motorradfahrern den Slalom zwischen Autos verbieten?

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In LuxemburgSollte man Motorradfahrern den Slalom zwischen Autos verbieten?

LUXEMBURG – Motorradfahrer haben das Privileg, nicht in einem Stau stecken bleiben zu müssen, was manchmal auf Kosten ihrer Sicherheit geht. Einige plädieren für eine eigene Spur, aber das Thema ist umstritten.

Julien Garroy/Editpress

Jeder Verkehrsteilnehmer hat diese Szene schon einmal erlebt. Ein Motorrad, das sich seinen Weg zwischen den anderen Fahrzeugen bahnt, die in einem Stau feststecken. Immer mit der Angst, dass es zu einem Spurwechsel und einem Zusammenstoß kommen könnte. Um diese offensichtlich gefährliche Praxis zu bekämpfen, hat der Automobilclub von Luxemburg Gespräche mit dem Verkehrsministerium aufgenommen, um in bestimmten Situationen offiziell eine eigene Spur für Motorradfahrer einzuführen. «Wir haben das Thema in Bewegung gebracht», meint der ACL, auch wenn diese Gespräche nun ins Stocken geraten sind.

«Die Ergebnisse des in Auftrag gegebenen Audits werden als Grundlage für die Position des Ministeriums dienen», so eine Quelle gegenüber L'essentiel. Es ist also schwer, die offizielle Meinung der Regierung zu dieser Frage zu erfahren, auch wenn das Hinauszögern bereits ein Element der Antwort ist. «Das Hochfahren der Warteschlangen ist nicht geregelt», plädiert der ACL. «Und wir sprechen hier nicht nur von Zeitersparnis, eine eigene Spur würde auch für mehr Sicherheit sorgen. Und auch aus mechanischer Sicht, um eine Überhitzung zu vermeiden».

«Sie müssen nicht respektieren, was andere respektieren müssen»

Der Präsident der Sécurité routière, Paul Hammelmann, erklärt auf Anfrage, dass er nicht in die Diskussionen eingebunden sei und das Projekt ohnehin nicht befürworte. «Die Grundlage ist, dass sich alle an die Straßenverkehrsordnung halten müssen. Warum sollte man für Motorradfahrer eine Ausnahme machen? Das würde bedeuten, dass man ihnen sagt: «ihr braucht nicht zu respektieren, was andere respektieren müssen». Der ACL spricht von «20.000 Motorrädern auf der Straße», die «als vollwertiges Mobilitätsmittel» angesehen werden.

«Ich verstehe, dass es für sie einfach ist, sich durchzuschlängeln, und ich verstehe auch den Ansatz, aber wo wollen sie diese Sonderspur einrichten? Auf der Rettungsgasse? Nein, noch einmal, es darf keine Ausnahmen geben», sagt Paul Hammelmann, der sich eher für einen Austausch mit Motorradverbänden und Behörden ausspricht, um gezielte Kampagnen zur Sicherheit von Ausrüstung und Zweirädern durchzuführen. Ob das vom Ministerium in Auftrag gegebene Audit das Thema voranbringen wird, bleibt also offen. Bis dahin: Status quo bei den Staus.

(L´essentiel/Nicolas Chauty)

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