Lohnunterschiede – Sozialarbeiter antworten auf Kritik der User

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LohnunterschiedeSozialarbeiter antworten auf Kritik der User

LUXEMBURG - Die Erzieher und Sozialpädagogen wehren sich gegen Kritik an ihren angeblich so hohen Gehältern - und verweisen auf ihre wichtige gesellschaftliche Rolle.

Die Erzieher und Sozialpädagogen betonen, dass sie wichtige Aufgaben in der Gesellschaft erfüllen.

Die Erzieher und Sozialpädagogen betonen, dass sie wichtige Aufgaben in der Gesellschaft erfüllen.

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Die Sorgen des Berufsverbands der Sozialpädagogen (APEG) über Lohnungleichheiten zwischen alten und jungen Beschäftigten stoßen bei vielen Usern auf Unverständnis. Wie man sich über derart hohe Löhne beschweren könne, lautete der Tenor vieler Postings. Sandy Vitali, Präsidentin des Verbands, antwortet nun auf die Vorwürfe.

«Wir arbeiten im Dienste der Gesellschaft, in der Prävention, mit jungen und alten Menschen, mit Menschen in Not, mit Behinderten, in Familien, in Gefängnissen...Meist handelt es sich um Personen, die aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommen», sagt Vitali. Erzieher und Sozialpädagogen würden im Leben vieler Bürger eine wichtige Rolle einnehmen. Sie «begleiten ihre Zielgruppe nach einem pädagogischen Konzept in einem bestimmten Kontext und mit einer Vorgehensweise, die der Situation angepasst ist. Es handelt sich dabei oft um die Arbeit eines Teams oder eines Netzwerks, in das mehrere Akteure eingebunden sind, die Familie, die Lehrer und andere Berufsgruppen. Die Arbeit besteht aus Beziehungsarbeit, die eines enormen persönlichen Einsatzes bedarf». Und weil die Erzieher und Sozialpädagogen eben einen wichtigen Platz in der Gesellschaft einnehmen, wollen sie auch qualitativ hochwertige Arbeit liefern. «Das ist das, worum wir kämpfen, wir wollen einen qualitätsvollen Service anbieten.»

«Vergleichen, was vergleichbar ist»

In Bezug auf die Löhne sieht die APEG eine «Diskriminierung und ungleiche Verteilung». Bei den kolportierten Zahlen handelt es sich um Bruttogehälter. 8200 Euro monatlich würden Erzieher und Sozialpädagogen erst am Ende der Berufslaufbahn ausbezahlt bekommen. Darüber hinaus beziehen sich diese Beträge nur auf Erzieher und Sozialpädagogen, die Beamtenstatus genießen. «Wenn man die Gehälter in Luxemburg mit jenen in Frankreich oder Belgien vergleicht, zeigen sich Unterschiede, aber nur wenn man die Nettogehälter vergleicht. Wenn man sich die Bruttogehälter ansieht, fällt der Unterschied gleich weniger deutlich aus. Verantwortlich für diesen Unterschied sind die Steuersysteme der verschiedenen Länder. Man muss vergleichen, was vergleichbar ist», heißt es bei der APEG.

Ein weiterer Kritikpunkt des Berufsverbands ist die Unterbewertung der Dienstjahre für bereits eingestellte Sozialarbeiter. «Das ist der Grund, warum wir uns gegen diesen Gesetzesentwurf wehren. Es wäre auch interessant zu berechnen, was sich der Staat in den letzten 30 Jahren allein dadurch gespart hat, indem er das Ausbildungsniveau der Erzieher und Sozialpädagogen nicht anerkannt hat.»

(Jérôme Wiss/L'essentiel)

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