Außer Kontrolle – SpaceX-Rakete stürzt auf dunkle Seite des Mondes
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Außer KontrolleSpaceX-Rakete stürzt auf dunkle Seite des Mondes

Eine ausgediente Raketenstufe des SpaceX-Programms ist auf Kollisionskurs mit dem Mond geraten. Das Bauteil soll am 4. März auf der erdabgewandten Seite des Trabanten einschlagen.

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Eine Falcon-9-Rakete vor dem Start im Jahr 2017.

Eine Falcon-9-Rakete vor dem Start im Jahr 2017.

AFP
Die Raketen benötigen mehrere Antriebsstufen.

Die Raketen benötigen mehrere Antriebsstufen.

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Nun soll eine ausgediente Raketenstufe auf dem Mond aufschlagen.

Nun soll eine ausgediente Raketenstufe auf dem Mond aufschlagen.

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Raketen, die ins Weltall geschossen werden, nutzen in der Regel mehrere Antriebsstufen, die jeweils nach ihrem Einsatz abgesprengt werden und meist beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühen. Bei den Falcon-9-Raketen des Raumfahrtprogramms von Elon Musks Unternehmen SpaceX kehrt die erste Stufe zwar jeweils wieder zur Erde zurück, die zweite Stufe ist aber ebenfalls nicht mehr zu retten und wird zerstört.

Doch nun nimmt eine solche Stufe, die seit 2015 auf einer Umlaufbahn zwischen Erde und Mond unterwegs ist, einen anderen Weg: Forscher erwarten, dass diese nun anfangs März nicht in der Erdatmosphäre zerstört wird, sondern auf die erdabgewandte Seite des Mondes stürzt und dort zerschellt. Denn das Bauteil, das vor sieben Jahren dabei half, den Satelliten Deep Space Climate Observatory (DSCOVR) der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA ins All zu bringen, ist außer Kontrolle. Die Raketenstufe hatte nämlich nach ihrem Einsatz zu wenig Treibstoff übrig, um in die Erdatmosphäre gesteuert zu werden oder aus dem Gravitationsfeld der Erde und des Mondes in den Weltraum hinausbefördert zu werden, wie die «Frankfurter Rundschau» berichtet.

Seit sieben Jahren führerlos im All

Seit ihrem Start vor sieben Jahren «taumle» das Bauteil daher in einer chaotischen Umlaufbahn durch das Erde-Mond-System, heißt es weiter. Damit ist offenbar nun bald Schluss: Wie Experten berechnet haben, soll die Stufe am 4. März auf dem Mond aufschlagen. Bill Gray, der eine Software entwickelt hatte, die solche Prognosen ermöglicht, schließt zwar Ungenauigkeiten nicht aus, da Weltraumschrott in dieser Hinsicht «ein wenig knifflig» sein könne. Dennoch seien diese Unsicherheiten so gering, dass Gray den Zeitpunkt des Aufschlags bis auf wenige Minuten genau ermitteln kann.

Es wäre, so erklärt Gray weiter, der erste unabsichtliche Einschlag eines irdischen Objektes auf der Mondoberfläche. Bereits 2009 hatte die Nasa für die Forschung eine Raumsonde auf dem Mond abstürzen lassen. Nun könnte der Absturz der Falcon-Raketenstufe weitere Daten zum Thema liefern. Gray rechnet auch damit, dass das vier Tonnen schwere Teil beim Einschlag mit 9300 Stundenkilometern einen neuen Krater hinterlassen wird.

(L'essentiel/trx)

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