La Palma – Spanien erklärt Vulkan-Ausbruch für beendet
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La PalmaSpanien erklärt Vulkan-Ausbruch für beendet

Der Cumbre Vieja war am 19. September als erster Vulkan auf der Kanaren-Insel seit einem halben Jahrhundert ausgebrochen. Die Lava zerstörte über 1000 Häuser.

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Über 7000 Menschen mussten ihr Zuhause verlassen.

Über 7000 Menschen mussten ihr Zuhause verlassen.

Reuters/Sergio Perez
Nach mehr als drei Monaten können die Bewohnerinnen und Bewohner von La Palma ein wenig aufatmen.

Nach mehr als drei Monaten können die Bewohnerinnen und Bewohner von La Palma ein wenig aufatmen.

AFP/Jorge Guerrero
Wenn die heißen Lavaströme mit dem Meerwasser in Kontakt kommen, können giftige Gase entstehen.

Wenn die heißen Lavaströme mit dem Meerwasser in Kontakt kommen, können giftige Gase entstehen.

Reuters/Juan Medina

Nach mehr als drei Monaten haben die spanischen Behörden den Ausbruch des Vulkans Cumbre Vieja auf der Insel La Palma offiziell für beendet erklärt. «Die Eruption hat 85 Tage und 18 Stunden gedauert», sagte der für die Notfallpläne bei Vulkanausbrüchen zuständige Behördenvertreter Julio Pérez am Samstag. Ministerpräsident Pedro Sánchez feierte die Nachricht als «das schönste Weihnachtsgeschenk».

Seit dem 13. Dezember habe es «keine Lava, keine bedeutenden Gasemissionen und keine erheblichen seismischen Erschütterungen» mehr gegeben, erklärte Pérez auf einer Pressekonferenz weiter. Mit der Ankündigung war bereits gerechnet worden, nachdem die Aktivität des Vulkans zehn Tage lang auf niedrigem Niveau verharrte. Schon davor hatte der Cumbre Vieja immer mal wieder eine Pause eingelegt, doch dauerte diese meist nur wenige Tage.

Über 1300 Häuser fielen der Lava zum Opfer

Auch jetzt warnte Notfall-Experte Pérez, das Ende des Ausbruchs bedeute nicht, dass die Gefahren mit einem Schlag vorüber seien. Der Vulkan könne weiterhin giftige Gase freisetzen und für Erdrutsche sorgen. Zudem werde es lange dauern, bis die Lava vollständig abgekühlt sei.

Der Cumbre Vieja war am 19. September als erster Vulkan auf der Kanaren-Insel seit einem halben Jahrhundert ausgebrochen. Zwar gab es keine Toten oder Verletzten, doch richtete der Ausbruch erheblichen Schaden an: 1345 Häuser sowie Schulen, Kirchen, Gesundheitszentren und landwirtschaftliche Bewässerungsanlagen wurden zerstört, rund 7000 der 83.000 Einwohnerinnen und Einwohner mussten ihre Wohnungen verlassen – viele verloren ihr gesamtes Gut.

Wegen der giftigen Gase mussten sie sich zudem immer wieder tagelang verbarrikadieren. Insgesamt rund 1250 Hektar Land sind mit Lava oder Vulkanasche bedeckt. Zum Teil ragt die Lava bis ins Meer hinein: Dadurch entstanden zwei Vorsprünge, von denen einer 44 Hektar und der andere fünf Hektar misst.

Die Gesamtschäden könnten sich bis auf 900 Millionen addieren

Monatelang herrschte Stillstand auf der stark vom Tourismus abhängigen Insel. Immer wieder musste der Flugverkehr unterbrochen und der Flughafen von La Palma geschlossen werden. Schwer zugesetzt hat der Ausbruch auch La Palmas Bananenplantagen, die zur Hälfte der Wirtschaftsleistung der Insel beitragen. Nach Schätzung der örtlichen Behörden könnten sich die Schäden auf bis zu 900 Millionen Euro addieren.

Die spanische Regierung hat bereits 225 Millionen Euro an Hilfsgeldern zugesagt und Brüssel gebeten, den Solidaritätsfonds der Europäischen Union zu aktivieren. Ministerpräsident Sánchez bekräftigte am Samstag seine Hilfszusage: «Wir werden weiterhin gemeinsam daran arbeiten, mit allen Institutionen, um die wunderbare Insel La Palma wiederaufzubauen und die entstandenen Schäden zu beheben», erklärte er auf Twitter.

(L'essentiel/AFP/fos)

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