Orkan «Andrea» – Spaziergängerin von Ast getroffen

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Orkan «Andrea»Spaziergängerin von Ast getroffen

LUXEMBURG – Orkan «Andrea» ist über Luxemburg gefegt. Eine Frau wurde von einem Ast getroffen und brach sich das Bein. Bei Wiltz stürzten 40 Bäume um.

Rund 120 Einsätze sind die Feuerwehren wegen des Sturmtiefs über Luxemburg seit Mittwochabend gefahren. Damit sorgte «Andrea» für weniger Schäden im Land als der Sturm «Joachim», der Mitte Dezember übers Land fegte und die Feuerwehren 200 Mal ausrücken ließ.

Eine Spaziergängerin, die auf einem Feldweg zwischen Merztig und Dellen unterwegs war, wurde von einem schweren Ast getroffen. Dabei brach sie sich den Oberschenkel. Die Frau wurde ins Krankenhaus gebracht.

In Bettemburg fielen Fassadenteile von einem Haus (siehe Bildergalerie). Verletzt wurde allerdings niemand. Die Orkanböen brachten vor allem im Norden des Landes Bäume zu Fall. Mehrere Straßen mussten gesperrt werden. Auf der N25 zwischen Wiltz und Kautenbach fielen 40 Bäume um. Die Straße bleibt bis Freitagmorgen gesperrt. In Ettelbrück rechnet die Polizei mit einer Überflutung des Parkplatzs «Um Daich». Sie bittet Autobesitzer, ihre dort abgestellten Fahrzeuge abzuholen.

Ausführliche und aktuelle Informationen dazu gibt es auf der Internetseite des Automobilclubs.

Insgesamt fielen laut einer ersten Bilanz der Rettungsstelle 112 im ganzen Land 67 Bäume um, 27 Keller und sechs Straßen wurden überflutet, 13 Dächer beschädigt.

Hochwasser und gestrichene Flüge

Kräftiger Regen begleitet die Sturmtiefs seit einigen Tagen. Die Pegel an der Mosel steigen. In Stadtbredimus und Remich wurden die Hochwasser-Meldepegel überschritten. Der Schiffsverkehr ist auf Mosel und Saar wegen Hochwassers streckenweise eingestellt worden. Auf der Mosel zwischen der luxemburgischen Grenze und Trier dürfen seit dem frühen Donnerstagnachmittag keine Schiffe mehr fahren, wie ein Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamts Bingen sagte. In Trier war die entscheidende Marke von 6,95 Meter übersprungen.

Wie das Wasser ansteigt, lässt sich auf der Hochwasser-Seite des Wasserwirtschaftsamts inondations .lu nachvollziehen.

Am Findel fallen am Nachmittag zwei Flüge aus: Die Verbindungen (Hin- und Rückflug) von und nach Zürich und Amsterdam wurden gestrichen.

So sieht es im Ausland aus

In Bayern starb eine Frau nach einem Frontalzusammenstoß: Ein anderes Auto wurde von einer Sturmböe in den Gegenverkehr gedrückt, wie die Polizei vermutete. In Frankreich richtete der Sturm vor allem im Norden des Landes Schäden an Dächern und Oberleitungen an. Ein umgestürzter Baum auf der Autobahn A 1 Lille-Paris verursachte einen Unfall mit zwei Lastwagen. In Belgien störte «Andrea» die Thalys-Züge zwischen den Niederlanden und Brüssel. Ein 64-jähriger Belgier kam im flämischen Roosdaal bei Brüssel ums Leben. Er wurde von einer etwa fünf Meter hohen Tür erschlagen, berichtete die Nachrichtenagentur Belga.

Auch im Saarland knickten Bäume um und flogen Verkehrsschilder weg. Straßen und Keller wurden überflutet. Die Schäden blieben aber bis zum Nachmittag gering. Am Pellinger Tunnel nahe Luxemburg behinderte eine dicke Hageldecke kurzzeitig den Verkehr. Auf dem Hunsrück und in der Eifel wurden nach Polizeiangaben mehrere Landstraßen wegen umgeknickter Bäume gesperrt.

(L'essentiel Online/mit )

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